Donnerstag , 14. November 2019
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Die Flachdachanbauten sollen verschwinden, an der Konrad-Zuse-Allee im Lünepark sollen neben dem Kasernenblock drei Neubauten errichtet werden. (Foto: t&w)

Neue Wohnungen auch für den schmalen Geldbeutel

Lüneburg. Im Lünepark entsteht ein neuer Komplex, in dem Wohnen und Arbeiten verbunden werden sollen: Investor Jan Kath­mann aus Brietlingen sagt, dass er dort verschiedene Wohnformen umsetzen möchte. So sollen einerseits Eigentumswohnungen entstehen, in Planung sind aber auch betreutes Wohnen und in Zusammenarbeit mit einem Hamburger Unternehmen ein Hotel. 30 Prozent der Wohnungen sollen Sozialwohnungen werden. Damit würde er eine Vorgabe der Stadt Lüneburg umsetzen. Zudem überlegt Kathmann, in den Erdgeschossen Gewerbe anzusiedeln: „Vorstellbar sind Arztpraxen, aber wir sind da flexibel.“

Tiefgarage geplant

Wie berichtet, hat der Investor den Bau aus den 1930er-Jahren vergangene Woche von der Sparkasse erworben. In einem Bieterverfahren waren drei Interessenten übriggeblieben. Kathmann setzte sich gegen zwei namhafte Lüneburger Immobilienkaufleute durch, der Verwaltungsrat der Sparkasse erteilte seiner JaKa Bauträger GmbH & Co. KG den Zuschlag. Dem Vernehmen nach, weil Kathmann das beste Angebote abgegeben haben soll. Die Rede ist von einem mittleren einstelligen Millionenbetrag. Das kommentieren weder das Geldinstitut noch
29 Kathmann.

An das Kasernengebäude waren mehrere Flachdachgebäude angebaut worden. Die sollen nun weichen und für drei Neubauten Platz machen. Im Untergrund sei eine Tiefgarage geplant, berichtet Kathmann. Es müssten noch Bodenuntersuchungen stattfinden, ein Thema dabei sind – bei einem Kasernengelände naheliegend – militärische Altlasten sowie Blindgänger. Er geht davon aus, Mitte kommenden Jahres mit dem Bau beginnen zu können.

Probenräume vor dem Aus

Was wird aus dem Musikprojekt?

Als Alternative zu Alkohol und Drogen hatte Bernd Loehn vor drei Jahrzehnten nach skandinavischem Vorbild das Rockprojekt 1000 Steine in Lüneburg gegründet. Nachdem Bands mit skurrilen Namen wie „Baronesse von Presswurst“ erst im alten Jugendzentrum an der Katzenstraße proben konnten, zogen sie 2001 in die Konrad-Zuse-Allee 10 im Lünepark um – die Sparkasse hatte einen ehemaligen Bunker mit rund 250 Quadratmeter Fläche zum Probenraum umgebaut und zur Verfügung gestellt. 2013 übernahm die Drogenberatungsstelle des Diakonieverbandes die Trägerschaft. Jetzt bekam deren Geschäftsführerin Gudrun Mannstein die Kündigung für die Räume: „Ende des Jahre müssen wir raus.“

Wie es unter dem jetzigen Leiter Michael „Eddy“ Büttner weitergehen kann, sei noch unklar, sagt Gudrun Mannstein: „Aber weitergehen soll es auf jeden Fall.“ Denn für die lokale Musikszene sind die Räume von großer Bedeutung: ungezählte Bands und Musiker haben sich hier ausprobiert. Aktuell üben dort zehn Bands: „Wir sind auf der Suche nach neuen Räumen.“ Eins ist klar, die müssen gut isoliert sein, denn Rockmusik ist nicht leise. Wer helfen kann, ruft bei der drobs an unter (04131)  684460.

Von Carlo Eggeling