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Polizei kann auch anders: Kai Lührs, Elisabeth Hartge und Inga Heikens bei der Arbeit. Foto: t&w

Die Polizei lässt die Puppen tanzen

Lüneburg. Eine Polonaise am Vormittag bei der Polizei? Kein Problem: „Will ich über eine Straße geh‘n, bleib ich immer vor dem Bordstein steh‘n. Zu beiden Seiten muss ich seh‘n, kommt kein Auto, darf ich geh‘n.“ Entzückend, wie Polizeibeamte, Erzieher und vor allem eine große Kinderschar durch den Raum ziehen und dafür sorgen, „dass der Polizeipräsident von seinem Sessel fällt“. So lautet eine kleine Regieanweisung vorab von Kommissarin Inga Heikens, die gemeinsam mit Elisabeth Hartge und Kai Lührs die Präventionspuppenbühne der Polizei bildet und in diesem Jahr erneut rund 10.000 Vorschulkinder auf ihren Weg als aktive Verkehrsteilnehmer vorbereitet.

Kai Lührs ist in diesem Jahr neu dabei, er kommt als Coach aus der Erwachsenenbildung und tritt die Nachfolge von Michael Heinke an, der Ende Februar in den Ruhestand gegangen ist. Lührs hat genau wie seine beiden Kolleginnen sichtlich Spaß an der Arbeit – Vorschulkinder sind nunmal ein dankbares Publikum, das lautstark miträtselt. Ach ja, das Rätsel! Worum es geht: Maus Frieda und Hund Herr Meier sehen in der Zeitung ein Foto von gelben Fußspuren, die in der Stadt aufgetaucht sind. Doch woher kommen diese Spuren? Das Duo begibt sich kurzerhand in die Stadt und wird dort auf einen geheimnisvollen gelben Gummistiefel stoßen, an dem auch noch gelbe Farbe klebt…

Neben dem Klassiker noch weitere Stücke im Angebot

„Das Rätsel der gelben Füße“ – sie markieren den sicheren Weg zur Schule – ist ein Klassiker der Präventionspuppenbühne. Doch es ist nicht das einzige Programm dieser „Spezialeinheit der Polizei“: Es gibt noch ein Stück zur Gewaltprävention, es richtet sich an 2. Klassen; Orientierung im Mediendschungel will ein weiteres Programm für 4. Klassen bieten; und auch das ältere Publikum bekommt spielerische Hilfestellung, um nicht Betrügern und deren Enkeltrick und anderen fiesen Nummern auf den Leim zu gehen.

Zu tun haben Inga Heikens, Elisabeth Hartge und Kai Lührs jede Menge: Mit ihrer Bühne sind sie in den Kreisen Lüneburg, Lüchow-Dannenberg, Stade, Rotenburg, Harburg, Celle und dem Heidekreis unterwegs. „Da geht es mitunter morgens um fünf Uhr raus und erst abends wieder zurück“, sagt Martin Schwanitz voller Respekt vor der Arbeit seiner Kollegen. Er ist der Verkehrssicherheitsberater der Polizei und schreibt alle Kitas in der Region an, die sich dann bei ihm melden können. Und wenn sie Glück haben, schauen Frieda, Herr Meier und – aufgepasst – Zebra Matze bei ihnen vorbei.

Von Thorsten Lustmann