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Anfang April wurden das System RufMobil und der Rufbus vor der Kreisverwaltung präsentiert, mit dabei: Bleckedes Bürgermeister Jens Böther (v.r.), Fachdienstleiterin Freia Srugis, KVG-Geschäftsführer Michael Fastert und Erster Kreisrat Jürgen Krumböhmer. Foto: be

Dank Rufmobil auf Stadtbummel

Bleckede/Lüneburg. Von Walmsburg am Sonntag um 10.22 Uhr mit dem Rufbus nach Bleckede Bahnhof, von dort mit dem regulären Bus weiter nach Lüneburg, Ankunft am ZOB um 11.20 Uhr. Nach ausführlichem Stadtbummel und Kinobesuch geht es um 19.40 Uhr vom ZOB zurück nach Bleckede, von dort mit dem RufMobil weiter nach Walmsburg, Ankunft um 20.37 Uhr. Mit dem System „Mein RufMobil“, das der Landkreis Lüneburg zum 28. April in Bleckede eingeführt hat, ist möglich, was vorher nicht möglich war. Und das zum erschwinglichen Preis von 3,30 Euro pro Einzelfahrt.

Im November 2018 hatte der Lüneburger Kreistag den bis 2023 geltenden Nahverkehrsplan beschlossen. Unter anderem geht es darin um die Frage, wie sich der städtische und regionale Öffentliche Personen-Nahverkehr besser miteinander verbinden lassen. Ein Mittel: Durch das RufMobil, zu dem der Rufbus und das Anrufsammelmobil (ASM) gehören, werden auch kleine, teils entlegene, Dörfer an die Hauptlinien im Kreis, etwa die zwischen Lüneburg und Bleckede, angeschlossen.

Angebot wird grundsätzlich gut angenommen

Auch wenn der Rufbus erst seit wenig mehr als vier Wochen im Raum Bleckede unterwegs ist, zieht Stefan Borchers, Verkehrsplaner beim Landkreis Lüneburg, eine erste positive Bilanz. „Das neue Angebot wird grundsätzlich gut angenommen“, sagt er. Drei Kleinbusse vom Typ Ford Transit sind zurzeit regelmäßig in Bleckede unterwegs, gestellt werden sie von der Nahverkehrsgesellschaft KVG, Partner des Landkreises beim Projekt „RufMobil“. Die KVG kann bei Bedarf statt eines Kleinbusses auch einen großen Bus zur Haltestelle schicken.

In der Zeit vom 1. bis zum 23. Mai, berichtet Borchers, seien 400 Bestellungen für den Rufbus eingegangen und ausgeführt worden, daraus resultierten 170 Fahrten mit durchschnittlich ein bis drei Personen, es gab aber auch schon eine Fahrt mit mehr als 20 Personen.

Nur vereinzelte Beschwerden seien bisher in Sachen RufMobil angekommen, so Lüneburgs Erster Kreisrat Jürgen Krumböhmer, Borchers und Hartmut Müller, zuständiger Projektleiter beim Nahverkehrsunternehmen KVG. „Und die bezogen sich eher nicht auf den direkten Betrieb, sondern auf Probleme im Umfeld, etwa die Erreichbarkeit der Hotline“, sagt Borchers. Es habe aber auch schon dickes Lob von einem Altenheim gegeben, weil dessen Bewohner durch das neue System mobiler geworden seien.

„Die Idee und das Konzept sind gut“

Bei Bleckedes Bürgermeister Jens Böther (CDU) sind noch keine direkten Reaktionen auf das neue Angebot in seiner Stadt angekommen, er findet aber: „Die Idee und das Konzept sind gut.“ Er mahnt noch bessere Informationen an und sagt: „Ob sich das Rufbus-Angebot bewährt, hängt letztlich von der Akzeptanz ab, vom Wissen der Menschen darüber, wie das Angebot funktioniert.“

Wilhelm Kastens ist Ortsvorsteher im Bleckeder Ortsteil Walmsburg. „Verhalten“ sei dort die Reaktion auf den Rufbus, sagt er. Verhalten, nicht, weil es nicht funktioniert, sondern, weil es noch nicht so viele Erfahrungen damit gibt. „Es gibt eine gewisse Grundskepsis. Die Leute fragen sich: Funktioniert das auch wirklich?“ Er wünscht sich noch mehr Aufklärung über das neue Angebot – kurz gefasst: „Wat de Buer nicht kennt, dat frett he nich.“

System ist noch nicht perfekt

Alt Garges Ortsvorsteherin Kirsten Klann freut sich über das RufMobil-Angebot: „Ein Gewinn für die Ortsteile, vor allem für Alt Garge als größten Ortsteil. Und das besonders an Wochenenden und Feiertagen.“ Aber, so Klann, die Kommunikation über das neue Angebot hätte besser sein können. „Gut wäre es zum Beispiel gewesen, wenn dem verteilten Flyer auch ein Fahrplan beigelegen hätte. Und viele Menschen haben das neue System auch noch nicht verstanden.“

Rund zwei Jahre lang hatten Politik und Verwaltung am Konzept des RufMobils gefeilt, auch die Bürger eingebunden. Trotzdem sei ihm bewusst, dass das System noch nicht perfekt ist, erklärt Erster Kreisrat Krumböhmer. „Es ist ein flexibles System. Wenn wir etwas übersehen haben, wird nachgesteuert. Er weist aber auch darauf hin, dass der Rufbus nicht jeden Anspruch erfüllen kann: „Der Rufbus ist nun mal kein Taxi.“

Langfristig soll der Rufbus in allen Bereichen des Landkreises fahren. Vor Bleckede war er bereits in Amt Neuhaus eingeführt worden. Im Sommer soll Gellersen folgen.

Von Ingo Petersen

Rufbus fährt im Zwei-Stunden-Takt

Mehr Fahrten, engere Taktung, längere Betriebszeiten

Das System „Mein RufMobil“ ergänzt und verbessert das Angebot des Öffentlichen Personennahverkehrs im Bereich Bleckede, verbindet die Ortsteile beim Umstieg in die Linie 5100 mit Lüneburg. Das Ziel des seit dem 28. April laufenden Angebots sind mehr Fahrten als bisher, engere Taktungen und längere Betriebszeiten. Bestellt werden kann der Rufbus telefonisch unter (04131)880777. Die RufMobil-Zentrale ist täglich 24 Stunden erreichbar. „Die Kunden melden die gewünschten Fahrten spätestens zwei Stunden im Voraus an und lassen sich dann an der verabredeten Bushaltestelle abholen. Bestellungen sind bis zu einem Monat im Voraus möglich – zum Beispiel, wenn jemand regelmäßig eine Verbindung benötigt. Die Linien auf den Hauptachsen, etwa zwischen Lüneburg und Bleckede, sind auf den Metronom getaktet. Näheres: www.kvg-bus.de oder www.landkreis-lueneburg.de (Rufmobil).