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Der Landwehrkreisel in Bardowick gehört weiter zu den Unfallschwerpunkten im Landkreis Lüneburg – daran etwas zu ändern, dürfte schwer werden. Foto: be

Mehr Sicherheit für die Knotenpunkte

Lüneburg. Es gibt Kreuzungen, Einmündungen und Kreisverkehre, an denen „kracht“ es immer wieder. Einer dieser Bereiche ist das „Wittorfer Eck“, wo die Kreisstraße 12 (Ortsdurchfahrt Wittorf) auf die Kreisstraße 46, die ehemalige Bundesstraße 4, trifft. Am Donnerstag trafen sich dort Experten von Polizei, Landkreis und dem kreiseigenen Betrieb für Straßenbau und -unterhaltung (SBU), um zu klären, wie der Verkehr dort besser und sicherer geführt werden kann.

Neun Verkehrsunfälle mit 15 Leichtverletzten hat es dort in den vergangenen drei Jahren gegeben. „Eindeutig zu viele“, sagt Andreas Dobslaw, Geschäftsführer der Verkehrsunfallkommission der Polizeiinspektion Lüneburg/Lüchow-Dannenberg/Uelzen. Dobslaw stellte den Jahresbericht 2017 der Kommission – sie besteht aus Vertretern von Landkreis, Polizei und Straßenbaulastträgern – in der jüngsten Sitzung des Betriebs- und Straßenbauausschusses des Kreistags in Embsen vor.

Ein mobiler Blitzer-Anhänger soll aufgestellt werden

Ursache für die Unfälle am Wittorfer Eck ist nach Einschätzung der Kommission die breite Fahrbahn. In Fahrtrichtung Winsen verbreitert sich die Fahrbahn im Einmündungsbereich auf drei Spuren. „Wir werden demnächst die Fahrbahnmarkierungen so verändern, dass die Autofahrer langsamer fahren müssen“, erklärte der Leiter des Betriebs Straßenbau und -unterhaltung, Jens-Michael Seegers, in der SBU-Sitzung.

Seegers weiter: „Auch soll an dieser Stelle ein mobiler Blitzer-Anhänger aufgestellt werden.“ Eine Anregung gab zusätzlich Andreas Dobslaw. Es könne auch hilfreich sein, die Kreisstraße 46 im Bereich Wittorf zur geschlossenen Ortschaft mit einer zulässigen Höchstgeschwindigkeit von 50 km/h umzuwidmen.

Auch einen anderen Unfallschwerpunkt im Landkreis sahen sich die Experten von Polizei, Landkreis und SBU am Donnerstag an: Den „Landwehrkreisel“ in Bardowick. 17 Unfälle mit einem Schwerverletzten und neun Leichtverletzten registrierte die Verkehrsunfallkommission dort zwischen 2015 und 2017.

„Wir haben den Bereich aber weiter im Blick“

Das Problem dort: Radfahrer werden häufig von abbiegenden Autofahrern übersehen. „Der Kreisel ist eigentlich zu klein“, findet Andreas Dobslaw. Auch sei die Spange für Abbiegende in Richtung Schwarzer Weg nicht gelungen. An der Größe des Kreisels könne man aufgrund der baulichen Umgebung nichts ändern, erklärte Jens-Michael Seegers im Ausschuss. Denkbar sei aber, etwa mithilfe von Markierungen oder Schildern, die Aufmerksamkeit von Rad- und Autofahrern zu erhöhen.

Verbessert habe sich laut Dobslaw die Situation an der Melbecker Kreuzung Bundesstraße 4/Ebstorfer Straße/Melbecker Straße, der Bereich spiele im kommenden Bericht der Verkehrsunfallkommission keine Rolle mehr. „Wir haben den Bereich aber weiter im Blick“, sagt Dobslaw. Gespannt sei man auf die Entwicklung im Bereich Bundesstraße 209/Kreisstraße 17 bei Südergellersen, wo man für bessere Sicht für Verkehrsteilnehmer gesorgt habe.

Zusammenarbeit mit Politik und Verwaltung ist gut

Weiter im Fokus der Verkehrsunfallkommission steht der Einmündungsbereich Bundesstraße 209/Elbuferstraße in Hohnstorf. 18 Unfälle mit drei Schwer- und 16 Leichtverletzten habe es dort zwischen 2015 und 2017 gegeben. Dobslaw: „Da hätten wir gern einen Kreisverkehr“. Aber der Weg dorthin sei weit, das gelte auch für die Kreuzung Lüneburger Straße/Am Bleckwerk in Bleckede. Kurzfristiger sei eine Verbesserung im Bereich Bundesstraße 209/Moorweg in Brietlingen in Aussicht, wo die Planungen laufen. Die dunkle Bilanz dort zwischen 2015 und 2017: elf Unfälle mit zwei Schwer- und sechs Leichtverletzten.

Insgesamt ist Andreas Dobslaw zufrieden: „Im Landkreis sind wir sehr weit mit der Beseitigung von Unfallhäufungsstellen.“ Die Zusammenarbeit mit Politik und Verwaltung sei gut. Das spiegele sich auch in der langfristigen Bilanz wider: Während 2007 noch 14 Unfallhäufungsstellen festgestellt wurden, sind es im Bericht 2017, der aus organisatorischen Gründen erst jetzt vorgestellt wurde, noch acht. Im Bericht 2018, der im Sommer folgt, sind es noch vier.

Von Ingo Petersen