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Lüneburg feiert sich drei Tage lang

Lüneburg. Die geballte Frauenpower der Schrotttrommler gab alles, ein Dutzend Mädels drosch auf Tonnen und Fässer ein, doch den Rhythmus gab der Himmel vor: Regen prasselte am Nachmittag bei der offiziellen Eröffnung des Stadtfestes. Stakkato. Doch es war so, wie es Bürgermeisterin Christel John, Stadtmarketing-Chef Ralf Hots-Thomas und Heiko Meyer von der Handelsorganisation LCM vorhergesagt hatten: „Nach Schauern kommt die Sonne.“

Es geht in die Beine

Die lächelte freundlich über Gästen, die allerdings eher zögerlich kamen. Wer bummelte, bekam gute Laune geboten. Auch wenn man den Ton nicht immer traf, tat das der Stimmung keinen Abbruch: Ob rockig mit Oceans Daughter, eine junge Dame mit gestandenen Rockern, auf der Mälzer-Bühne, spaßig mit dem Chaosteam und den Junx auf dem Markt, den In-die-Beine-Klassikern von justBIG auf dem Sand, die die Songs von Rammstein über Grönemeyer bis zu U 2 drauf haben, und den Reggae-Ska-Musikanten von Skaramanga – alles dabei für eine gelungene Party.

Schon am Nachmittag stimmte Lüneburgs ewige Jazz-Lady Janice Harrington aufs Fest ein. Ein kleine gelungene Überraschung war die Schneverdinger Kellerproduktion mit schrägen und damit passenden Liebesliedern. Eine Zeile: „Ich trage Dir alle Deine Taschen“ – das muss eine Herzensangelegenheit sein.

Und wer‘s ruhiger mochte, bei Flammkuchen und kühlem Vinho Verde, der setzte sich wie gewohnt in den Rathausgarten, wo die Jazz IG in Zusammenarbeit mit Wirt Stefan Wabnitz und dessen Crew Entschleunigung kredenzte. Dazu spielte die Jazz Group. Sehr funky Axel Jankowski und Gerhard Glombik, an den Saxophonen, um nur zwei zu nennen.

Funky im Rathausgarten

Veranstaltungsmanager Florian Lorenzen und seine Kollegen haben für die drei Tage ein dickes Programm geschnürt, alles in allem 150 Stunden lang, haben sie errechnet. Was ein bisschen fehlte, war die Verbindung zwischen den Plätzen Markt und Sand. Die Bäckerstraße als Budenmeile hätte einen Stimmungsaufheller vertragen können. Das soll heute und morgen besser, sprich amüsanter werden: Verschiedene Jongleure, Akrobaten und Theaterkünstler machen die Straßen zur Bühne.
Lüneburg feierte bis in die Nacht, heute gibt es die Zugabe.

Das Stadtfest-Programm

Nachdem in der Nacht und am frühen Sonnabend morgen Gewitter und heftige Regenfälle für mehrere Feuerwehreinsätze hatten, wurde das Wetter im Laufe des Tages richtig prächtig. Am Nachmittag füllte sich die Innenstadt, tausende Lüneburger lauschten Bands wie „Schön Dick Butter“ oder „Forever Lion“. Auf dem Marktplatz gab es zwar auch viel Musik, doch wurde auch gekocht: Die „Food Fighters“ brutzelten saftiges Fleisch, Carsten Nolte erklärte den Zuschauern die Grundlagen des Bierbrauens.

Sie proben selten bis nie, aber die Show sitzt jedes Mal: Wenn Mirko Heil mit Neugierig loslegt, dann will keiner stillstehen. Lauter Gassenhauer. Abbas Dancing Queen, Rio Reisers Wenn ich König von Deutschland wär‘ und dann natürlich Drafi Deutscher: Marmor, Stein und Eisen bricht. Da singen alle mit. Sooo schön. Klar, dass Mirko von der Bühne hopst und mit allen die wollen oder auch nicht wollen, eine Polonaise hinlegt. Und Schelle Assenheimer trommelt dazu den harten Rhythmus, bei dem jeder mit muss, wie natürlich bei ­AC/DCs Highway to hell.

Den Schlussakkord setzt am Ende die Lünepost mit ihrem Karaoke-Wettbewerb. 14 Teilnehmer probieren sich, am Ende liegt „Ric Uwe vorn mit einem Stück von Cab Calloway aus den 1930er Jahren, das durch die Blues Brothers eine Renaissance erlebte: Minnie the moocher. Der 67-Jährige, der eigentlich Uwe Mundt heißt, begeisterte Publikum und Jury. Er strahlte: „Das bestärkt mich, meinen musikalischen Weg weiterzugehen.“ Er trete bei verschiedenen Karaoke-Shows im Norden, vor allem in Hamburg, auf. Viel geprobt habe er nicht, sagte er mit einem Lächeln: „Ich lebe die Musik.“

Getanzt wurde auch – etwa im Clamart-Park

Parallel zum Stadtfest lief am Sonntag im Clamart-Park das niedersächsische Finale des „DAK-Dance-Contests“: 34 Gruppen aus dem gesamten Bundesland, die sich zuvor über ein Online-Abstimmungsverfahren qualifiziert hatten, traten auf der Bühne vor einer Jury auf. Der Star des Kommittees war ohne Frage der Schweizer Sänger Luca Hänni, Ex-Castingshowgewinner und Viertplatzierter beim diesjährigen Eurovision Song Contest. Natürlich sang er vor seinen Fans einige seiner Songs.

Aus Lüneburg traten bei dem Tanzcontest die Gruppe „Gypsy Girls“ an, die in der Kategorie „Young Teens/Champs“ den zweiten Platz belegte.

Ganz „vorne“ landete das Publikum. Es ging beim Lüneburger Stadtfest vor vielen Bühnen gut mit. Auch „sportlich“. Die Akteure hatten also reichlich Unterstützung.