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Dennis Volland schleudert mit Tamina und Colin den ersten Honig der Grundschule Adendorf. Foto: pet

Der leckere erste Honig

Adendorf. Tamina würde den Honig am liebsten gleich in den Kurzurlaub mitnehmen. Und Colin freut sich auf leckere Croissants mit der süßen Leckerei zum Frühstück: Mehr als ein Jahr, nachdem ein Jungbienenvolk auf dem Gelände der Adendorfer Grundschule am Weinbergsweg angesiedelt wurde, hat die „Naturforscher-Arbeitsgemeinschaft“ des Jahrgangs 3/4 jetzt zum ersten Mal ihren Honig „geerntet“.

15 Kinder gehören zur Naturforscher-AG, eingeteilt in kleine Gruppen, gingen sie jetzt an die Arbeit: Geschützt durch ihre weißen Imker-Anzüge holten sie die Waben aus dem Bienenkasten, mit dem „Refraktometer“ wurde die Feuchtigkeit gemessen, in der Mensa-Küche wurden die Waben „entdeckelt“, der Honig herausgeschleudert und zwei Mal gefiltert. Der Ertrag: etwa fünf bis sechs Kilogramm, ein kleines Glas für jedes Kind und die Lehrerinnen.

Nachhaltigkeit und Ökologie

Insektensterben und Insektenschutz, Nachhaltigkeit und Ökologie sind Themen, die auch in der Grundschule Adendorf auf dem Stundenplan stehen. Einen Schulgarten gab es schon, was fehlte, war ein Bienenvolk. Das und die notwendige Ausrüstung wurden vor einem Jahr angeschafft. Geleitet wird die Naturforscher-AG von den Lehrerinnen Sarah Scholl und Sandra Heine, fachliche Unterstützung erhalten sie von Dennis Volland, Imker und Umweltbeauftragter der Gemeinde Adendorf.

Jeden Dienstagnachmittag trifft sich die Naturforscher-AG der Schule, Kinder der Jahrgänge 3 und 4, von den Standorten Weinbergsweg und Dorfstraße, machen mit. Und längst nicht nur mit Bienen befasst sich die Arbeitsgemeinschaft. Gerade im Winter, wenn die Bienen nicht aktiv sind, stehen auch andere Themen wie Basteln mit Naturmaterialien wie Federn, Steinen und Laub auf dem Programm, berichtet Sarah Scholl. Die Kinder haben auch schon Wachstücher hergestellt, Brennnesseltee und Kräuterbutter produziert.

6000 bis 8000 Bienen

Ein Bienenvolk, wohl 30.000 bis 50.000 Tiere stark, ist am Grundschulstandort Weinbergsweg fleißig. Das Projekt ist beim Veterinäramt des Landkreises Lüneburg angemeldet, die Grundschule ist auch Mitglied im Lüneburger Imkerverein. Tat für Tag schwärmen die Schul-Bienen aus, um in einem Umkreis von etwa drei Kilometern Nektar zu sammeln. Ein neues „Ablegervolk“, ein Jungvolk von zur Zeit etwa 6000 bis 8000 Bienen, entwickelt sich dort bereits zu einem neuen Volk. Das soll noch in diesem Sommer an den Grundschul-standort Dorfstraße umsiedeln.

Die Kinder, ihre Lehrerinnen und auch Dennis Volland hatten ihren Spaß bei der ersten Honig-ernte. „Die Kinder waren mit Freude und Eifer dabei, sogar noch am Ende beim Reinigen der Schleuder und des Sets zur Entdeckelung“, berichtet Volland. Auf fünf bis sechs Kilogramm schätzt er den Ertrag der ersten Honigernte an der Grundschule – die sollen heute verteilt werden. „Jedes Kind darf sich vom Honig etwas abzapfen“, sagt Vol-land. Die nächste Ernte im August, davon ist er überzeugt, wird üppiger ausfallen. Insgesamt erwartet Volland für dieses Jahr einen Ertrag „von 20 bis 25 Kilogramm“.

Von Ingo Petersen