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Der strahlende Sieger Jens Böther am Wahlabend. (Foto: phs)

Neue Zeiten

Bei einer Wahl kann es auf jede Stimme ankommen. Das hat diese Stichwahl einmal mehr bewiesen. Für viele – selbst in der SPD – war es aber eher überraschend, da ss es so knapp werden würde. Denn Rückenwind hat Norbert Meyer kaum gehabt – schon gar nicht aus den eigenen Reihen von Nahrstedt bis Nahles.

LZ-Chefredakteur Marc Rath. (Foto: t&w)

Nur 36 Prozent Wahlbeteiligung, nachdem es vor drei Wochen noch 65 Prozent waren. Das wirft mehrere Fragen auf. Beiden Bewerbern ist es nicht gelungen, auf die Zahl ihrer Stimmen aus dem ersten Wahlgang zu kommen. Vielen im Landkreis war offenbar nicht klar, dass erneut gewählt wurde. Insbesondere die Anhänger der Grünen dürften sich aber in ihrer Mehrheit dieser Wahl verweigert haben, so „grün“ beide Kandidaten auch zuletzt dahergekommen sind.

Die Verhältnisse sind im Umbruch. Der 26. Mai war eine politische Zäsur: Die Grünen wurden bei der Europawahl stärkste Kraft im Landkreis. In der Hansestadt vereinte die Partei mit 35,36 Prozent nahezu genauso viele Stimmen auf sich wie die zweitplatzierte CDU und die auf 17 Prozent geschrumpfte SPD zusammen erhielten. Das war ein politischer Erdrutsch.

Die Nachbeben dürften jetzt folgen. Die SPD braucht dringend eine Erneuerung – auch in unserer Region. Darüber sollte das knappe Ergebnis nicht hinweg täuschen. Die Grünen können derzeit vor Kraft kaum laufen, ihnen fehlt aber hier der personelle Unterbau. Das haben sie mit Platz 3 bei der Landratswahl bitter erfahren. Da stehen beide Parteien vor Herausforderungen ganz unterschiedlicher Art.

Und die CDU muss jetzt beweisen, was sie unter den neuen Vorzeichen wirklich an Neuem zu bieten haben. Allen voran: Jens Böther.

Von Marc Rath

marc.rath@landeszeitung.de