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Noch bis Ende Oktober ist Jens Böther Bürgermeister in Bleckede. Die ersten Treffen zur Übernahme der Amtsgeschäfte des Landrats sind jedoch schon vereinbart. (Foto: phs)

Erstes Treffen diese Woche

Lüneburg. Es war ein Herzschlag-Finale, bei dem Jens Böther das bessere Ende für sich hatte. Am 1. November wird der Christdemokrat als neuer Landrat in das Lüneburger Kreishaus einziehen. Am Ende hatte Böther 176 Stimmen Vorsprung vor seinem SPD-Konkurrenten Norbert Meyer, und das bei fast 52 700 gültigen Stimmen. Am Tag danach hat die LZ mit dem Wahlgewinner gesprochen.

Wie lange haben Sie gefeiert und wie geht es Ihnen am Tag nach dem Wahlkrimi?

Wir haben mit der Familie noch bis kurz nach drei gefeiert. Nach dem spannenden Abend und der langen Feier bin ich sehr erleichtert und dankbar, dass sich die Anstrengungen der letzten Monate für alle Mitstreiter gelohnt haben.

Im Vergleich zum ersten Wahlgang haben Sie deutlich an Stimmen verloren, während Ihr Konkurrent Norbert Meyer seine Stimmenzahl fast halten konnte. Was sind aus Ihrer Sicht die Ursachen?

Die Hauptursache ist natürlich die geringe Wahlbeteiligung insgesamt. Im ersten Wahlgang sind 94 000 Stimmen abgegeben worden, bei der Stichwahl weniger als 53 000. Dabei konnte ich im ersten Wahlgang noch rund 36 000 Stimmen auf mich vereinigen. Ich denke, dass sowohl Herr Meyer als auch ich aufgrund der geringen Wahlbeteiligung Wählerinnen und Wähler aus dem ersten Wahlgang verloren haben, Herr Meyer letztlich aber von den ausgeschiedenen Bewerbern mehr Stimmen erhalten hat als ich.

Bereits am Wahlabend haben Sie gesagt, dass es beim Kreis viele Baustellen gibt. Doch bis zu Ihrem offiziellen Amtsantritt sind es noch fast viereinhalb Monate. Wann und wie steigen Sie in die Kreispolitik ein?

Ich habe mit Manfred Nahrstedt vereinbart, dass wir uns zu den anstehenden Fragestellungen zeitnah zusammensetzen. Den ersten Termin haben wir in dieser Woche. Bis Ende Oktober bin ich noch Bürgermeister in der Stadt Bleckede und werde natürlich die Amtsgeschäfte hier geordnet weiterführen und dann übergeben.

Als Bürgermeister von Bleckede sind Sie bestens vertraut mit den Problemen im strukturschwachen ländlichen Raum. Was steht für Sie als erstes oben auf der Tagesordnung?

Die Herausforderungen des ländlichen Raumes sind ja vielfältig, das ist in den letzten Wochen im Wahlkampf auch deutlich herausgearbeitet worden. Ein Thema, das alle Gemeinden im Landkreis betrifft, ist die Finanzierung der Kindertagesstätten. Da müssen wir zeitnah eine ausgewogene Lösung erarbeiten, damit diese wichtige Aufgabe für die Gemeinden leistbar bleibt. Auch beim Thema Breitband müssen wir zügig weitere Ausbaubereiche in den Fokus nehmen und den Ausbau vorantreiben.

Wie geht es nach Ihrer Wahl zum Landrat in Bleckede weiter?

Meine Bürger der Stadt Bleckede werden nun einen neuen Bürgermeister oder eine neue Bürgermeisterin wählen müssen. Dafür werden wir in den nächsten Wochen den Zeitplan aufstellen. Nachdem jetzt klar ist, dass ich die Wahl gewonnen habe, werden die Fühler nach guten Bewerberinnen und Bewerbern ausgestreckt.

Von Malte Lühr