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Vanessa Schröder (l., mit Tochter Paulina) und Laura Lehnert (r., mit Tochter Mia) starten als Tagesmütter, Tipps geben ihr dabei Anja Niedergesäß (hinten l.) und Karla Erdmannsky-Licht von der Fachberatung Kindertagespflege Lüneburg. Foto: privat

Von Dorfkindern und Heidehäschen

Lüneburg. Sie wollten schon immer Erzieherin werden, ergriffen dann aber erstmal Berufe, in denen sie sofort Geld verdienten. Jetzt, einige Jahre später, können sich Vanessa Schröder und Laura Lehnert ihren Wunsch doch noch erfüllen. Die beiden jungen Mütter haben die Qualifikation zur Tagesmutter durchlaufen und starten mit einer eigenen Kindertagespflege.

„Ich habe einen Ehemann, zwei Kinder, ein Haus und ein Auto“, sagt Vanessa Schröder und lacht. „Und jetzt lebe ich meinen Traum. Ich kann mit meinem eigenen pädagogischen Konzept arbeiten, durch die Qualifikation bin ich von Anfang an mit anderen Tagesmüttern vernetzt: Das ist toll.“ Zurzeit baut sie ihren Wintergarten um für die künftigen Tageskinder, am 1. September will die 31-Jährige in Adendorf als „Dorfkind“-Tagesmutter an den Start gehen. In ihrem Logo tauchen Heideschäfchen auf, denn zwei davon leben direkt nebenan und können jederzeit Besuch von den Kindern empfangen.

Im Garten gibt es Kaninchen

Auch Laura Lehnert hat gerade ihre Qualifikation bei der Fachberatung Kindertagespflege in Lüneburg beendet. „Als Kind war ich selbst bei Tagesmüttern in Betreuung, weil meine Mutter Vollzeit arbeitete“, erzählt die Mutter einer 22 Monate alten Tochter. „Ich kenne also alle Seiten und weiß, wie es sich als Mutter und als Kind anfühlt.“ Die 27-Jährige eröffnet ihre „Heidehäschen“ – im Garten gibt es Kaninchen – am 1. Juli in Radenbeck. „Wir werden viel draußen sein und Blumen, Gemüse und Tiere versorgen.“

Jede Tagesmutter und jeder Tagesvater darf nur fünf Mädchen und Jungen gleichzeitig betreuen, im eigenen Haushalt, in einer Großtagespflege, in der bis zu 10 Kinder betreut werden, oder im Haushalt der Eltern. „Ihre Arbeit orientiert sich sehr stark an den individuellen Bedürfnissen der Kinder“, sagt Anja Niedergesäß von der Fachberatung Kindertagespflege, die zum Evangelisch-lutherischen Kindertagesstättenverband Lüneburg gehört. Während der rund vierwöchigen Eingewöhnungszeit sollten die Eltern dabei sein, natürlich auch das jeweilige pädagogische Konzept der Tageseltern kennenlernen.

Nächste Qualifikation beginnt am 26. August

Der Bedarf an Betreuungsplätzen in der Kindertagespflege sei nach wie vor hoch in Stadt und Landkreis, sagt Karla Erdmannsky-Licht, Leiterin der Fachberatung. Die nächste Qualifikation in Lüneburg beginnt am 26. August. lz

Mehr Informationen und Bewerbungen bei der Fachberatung Kindertagespflege, Bei der St.-Johanniskirche, (04131) 35513. Die Vermittlung der Betreuungsplätze bei den Tageseltern läuft über das Familienbüro von Stadt und Landkreis: (04131) 3093301.