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Die Rotbauchunke ist in Niedersachsen so gut wie ausgestorben. Restbestände gibt es nur noch an der Elbe. Der Nabu will mit einem Programm zum Erhalt beitragen. Foto: NABU/Joachim Neumann

Kampf um die Rotbauchunken

Neuhaus. Zu Ostern wurden sie gesammelt und zu Pfingsten kamen sie wieder zurück, so lässt sich die zeitliche Abfolge der Rotbauchunken-Nachzucht in diesem Jahr zusammenfassen. Die Rotbauchunke „Bombina bombina“ ist mittlerweile in weiten Teilen Niedersachsens ausgestorben. Restbestände finden sich nur noch an der Elbe. Durch das Nabu-Projekt ‚LIFE Auenamphibien’ wird die Vernetzung und das Management von drei Amphibienarten in Niedersachsens Flusslandschaften von Aller und Elbe umgesetzt. Das Projekt leistet damit einen wesentlichen Beitrag zum Erhalt der biologischen Vielfalt.

„Die Rotbauchunke hat in den letzten Jahrzehnten den größten Teil ihres ursprünglichen Verbreitungsgebiets in Niedersachsen eingebüßt. Ziel des Projektes ist es, dieses Verbreitungsgebiet zurückzugewinnen. Dazu werden geeignete Lebensräume wiederhergestellt“, erklärt Dr. Markus Richter, Nabu-Projektleiter. Da die Unken die Entfernungen zu diesen Lebensräumen nicht selbständig überbrücken können, sind Wiederansiedlungen notwendig. Dazu wird Laich aus bestehenden, genetisch geeigneten Vorkommen entnommen und in menschlicher Obhut aufgezogen. Die Jungunken werden anschließend wieder ausgesetzt.

Eier für die Nachzucht der Rotbauchunken gesammelt

„Zumindest die ersten zehn Prozent, die wieder in ihre Ursprungsgewässer zurückgebracht werden, haben die Aufzuchtstation als Metamorphe wieder verlassen“, führt Dr. Richter aus. In den beiden Teilgebieten der Niedersächsischen Elbtalaue – Amt Neuhaus und Gartower Elbmarsch – wurden in diesem Jahr Eier für die Nachzucht der Rotbauchunken gesammelt. Zehn Prozent der gesammelten Tiere werden in die Gewässer, aus denen sie entnommen werden, wieder zurückgebracht. „Bei einer Überlebensrate im Freiland von durchschnittlich unter zehn Prozent wird der Bestand bei dieser Vorgehensweise eher gestärkt als geschwächt“, erläutert Richter.

Im Amt Neuhaus wurde in diesem Jahr nur aus zwei Gewässern Laich entnommen. Eines der Gewässer war bei der Rückführung bereits trockengefallen, d.h. dort hätte keine Fortpflanzung des natürlichen Bestandes stattgefunden. In der Gartower Elbmarsch wurde Laich aus vier Gewässern entnommen. Hier war die Situation aufgrund der Gewitterregen und des etwas gestiegenen Elbwasserspiegels besser. Ob die Kaulquappen vor Ort die vergangene Trockenheit in den kleinen Restpfützen überstanden haben, ist jedoch sehr zweifelhaft. So konnte zumindest die Fortpflanzung eines Teiles sichergestellt werden und die Metamorphen fühlen sich bei den geringen Wasserständen sichtlich wohl. lz