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In der Schule Lüne stehen Bauarbeiten an. Im Vorfeld wird auch die Frage von möglichen Schadstoffbelastungen geklärt. (Foto: t&w)

Entwarnung in Lüne

Lüneburg. Die Kommunikation sei in der Vergangenheit nicht gut gelaufen, räumte Sozialdezernentin Pia Steinrücke bei einer Elternversammlung in der Schule Lüne ein. Doch nachdem es hakte, setze die Verwaltung nun darauf, Eltern und Lehrer besser und schneller zu informieren. Wie berichtet, hatte es Bauarbeiten in der Schule gegeben. Dann war das Gerücht aufgetaucht, dass Kinder die Pausenhalle nicht mehr betreten sollten – wegen angeblicher Krebsgefahr. Die Folge war große Aufregung um eine Asbestbelastung.

Die Stadt hatte den Hamburger Gutachter Dr. Alexander Berg eingeschaltet. Der erklärte vor den rund 15 Eltern, die in der Turnhalle saßen, noch einmal dezidiert, was die Stadt schon zuvor veröffentlicht hatte: An 17 Stellen seien in Räumen und im Treppenhaus Proben genommen worden. Es seien zwar künstliche Mineralfasern gefunden worden, aber in einer „unüblich geringen Menge“, es habe durch die Bauarbeiten „keinerlei Gefährdung“ durch Stäube bestanden. Lokalisiert wurden Bereiche, in denen Asbest vorhanden ist, zum Beispiel in Lüftungsrohren. Bei künftigen Arbeiten könne man entsprechend reagieren.

Lüftungskonzept nicht umgesetzt?

Pia Steinrücke und der Leiter der städtischen Gebäudewirtschaft, Manfred Koplin, sagten, sie hätten für die Sommerferien vorsorglich noch einmal Messungen in der Pausenhalle in Auftrag gegeben, um noch mehr Gewissheit zu haben. Väter monierten, dass die Schule ein Lüftungskonzept für diesen Bereich nicht umgesetzt habe. Doch sowohl eine Lehrerin als auch der Hausmeister berichteten, dass dort ständig Eingangstüren und Fenster geöffnet würden.

Koplin betonte überdies, dass Mitarbeiter der Stadt im Umgang mit problematischen Stoffen geschult wurden. Damit macht die Stadt mehr als sie muss, laut Gutacher Berg hätte sie quasi nur Vorarbeiter entsprechend ausbilden müssen. Letztlich werden inzwischen Schutzmaßnahmen ergriffen, allein wenn ein Loch in eine als möglicherweise belastet geltende Wand gebohrt wird.

Der weitere Fahrplan der Umbauarbeiten:

  • Es stehen weitere Bauarbeiten an, die Schule soll Ganztagsschule werden. Der Fahrplan:
  • Brandschutz (Erneuerung der Not- und Sicherheitsbeleuchtung und Hausalarmierung), Inbetriebnahme nach den Herbstferien 2019
  • Einbau zusätzlicher Brandschutztüren (derzeit Ausschreibung), bis Ende 2019
  • Grundreinigung der Schule, Ende der Sommerferien 2019
  • Arbeiten in der Hausmeisterwohnung (Erstellen von Türöffnungen, Einbau von Bodenbelägen etc.), voraussichtlich nach den Herbstferien 2019
  • Aktuell werden die Ausschreibungen und Vergaben der Fachplanungsleistungen für die Ganztagsschule vorbereitet, zum Beispiel zur Statik. Parallel wird ein Schadstofffachplaner eingeschaltet, um unter anderem den Abriss und die Schadstoffsanierung der alten Pausenhalle vorzubereiten.

Aus dem Rathaus heißt es dazu: „Nach Abschluss der Planungsphase erfolgt die Ausschreibung der Baumaßnahmen. Da mit der Schule und den Eltern abgesprochen ist, dass Maßnahmen, die im Zusammenhang mit dem Ausbau von Schadstoffen vorgenommen werden, grundsätzlich in den Ferien über die Bühne gehen sollen, kommen als frühester Zeitraum für den Beginn der Abbrucharbeiten die Osterferien beziehungsweise die Sommerferien 2020 in Betracht.“

Von Carlo Eggeling