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Bevor es zur Belohnung mit den Freundinnen in die Toskana geht, schaut sich Esther Bülow mit ihren Eltern alle Uni-Städte an, in denen sie sich beworben hat. (Foto: t&w)

Abi-Traumnote 1,0: Richterin ist ihr Traumjob

Lüneburg. Das Grundgesetz, das in Klasse 8 Thema war, hat es Esther Bülow angetan. Damals schon wusste sie, dass sie nach dem Abitur Jura studieren möchte. Der Traum festigte sich zwei Jahre später, als die Wilhelm-Raabe-Schülerin ihr Praktikum am Lüneburger Amts- und Landgericht absolvierte. „Ich war beeindruckt davon, wie respektvoll die Richter allen gegenüber waren“, sagt sie. Die Erkenntnis daraus: „Ich möchte gern versuchen, irgendwann Richterin zu werden.“ Esther Bülow ist zielstrebig, so hat sie gerade ihre Schulzeit mit der bestmöglichen Note abgeschlossen. Die dürfte ihr so manche Tür öffnen.

An sieben Universitäten beworben

Gebraucht hätte die 18-Jährige den Traumabschluss für das Jura-Studium jedoch nicht. In Heidelberg oder Münster reicht ein Schnitt zwischen 1 und 2, in Bayreuth, Jena und Passau ist der Studiengang offen für Abiturienten, die schlechter abschneiden oder sogar komplett zulassungsfrei. An sieben Universitäten hat sich die junge Frau, die mit ihrer Familie in Deutsch Evern lebt, beworben. Sie hofft, dass sie eine Stadt findet, in der auch ihr Freund einen Platz für das VWL-Studium ergattert. „Da müssen wir uns noch einigen“, sagt sie und lacht. „Ich freue mich schon darauf, mal eine Stadt selbstständig zu erkunden.“

Auch wenn der 1,0er-Schnitt für das Richteramt nicht nötig gewesen wäre, hat sich Esther Bülow ihn zum Ziel gesetzt. Als Schülerin, der alles zufällt, bezeichnet sie sich nicht. „Ich habe immer mehr gemacht als andere.“ Ob es mal eine Zeit gab, in der sie nicht so gut war? Sie überlegt einen Moment. „Ich glaube, meinen schlechtesten Schnitt hatte ich in der 3. Klasse mit 1,8.“

Lernhefte mit Farbklecksen waren ihr Erfolgsgeheimnis

Lernen sei für sie keine Lust, vielmehr habe sie „relativ viel Spaß dabei, Texte zu lesen und sie zu gliedern“. Für jedes Fach hat Esther Bülow ein eigenes Lernheft angelegt – und die Stichwörter mit einigen Farbklecksen aufgewertet. „Die lese ich mir mehrmals durch und lasse mich dann am Ende von meinen Eltern abfragen.“

Eine Methode, die offensichtlich bei den Abitur-Prüfungen gefruchtet hat: jeweils 15 Punkte in Chemie, Englisch und Politik, 14 in Französisch und 13 in Mathe. Esther Bülow hätte auch schlechter abschneiden können – und wäre vermutlich immer noch bei dem Traumschnitt gelandet. „Ich hatte relativ viel Luft zu 1,1. Da habe ich mich schon echt gefreut.“

Von Anna Paarmann