Donnerstag , 14. November 2019
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Merle Markl hätte nicht mit ihrem Abitur-Ergebnis gerechnet. Medizin will sie trotzdem nicht mehr studieren, erst mal plant sie ein Auslandsprojekt zu machen. (Foto: t&w)

Abi-Traumnote 1,0: Zu einer besseren Welt beitragen

Scharnebeck. Merle Markl konnte es kaum glauben: „Ich war schon immer gut in der Schule, aber nie so gut.“ Nun ist sie stolz auf ihr Abi mit dem perfekten Durchschnitt – 1,0. Die 18-Jährige hat nach eigenen Angaben viel Zeit und Anstrengung in die Schule gesteckt. Nun macht sie erstmal eine Pause vom Lernen. Sie hofft auf die Zusage zu einem Auslandsprojekt in Asien oder Afrika mit Thema nachhaltige Entwicklung und Naturschutz.

Richtig schwer gefallen sei ihr keine der fünf Abiturprüfungen, schließlich habe sie ihre Lieblingsfächern gewählt: Kunst, Englisch, Deutsch, Biologie und Erdkunde. Sie sei allgemein vielseitig interessiert: „Ich reflektiere gerne über verschiedene Dinge, über die Umwelt, über moralische Fragen oder das Leben selbst“, erzählt die Abiturientin. Beispiele: In Erdkunde beschrieb sie die Textilindustrie in Bangladesch, in Biologie skizzierte sie den Stoffwechsel, in Deutsch argumentierte sie über eine Inszenierung des Dramas „Nathan der Weise“ von Lessing.

Wunsch: Kreativität soll gestärkt werden

In ihrer Freizeit liest die Abiturientin des Scharnebecker Bernhard-Riemann-Gymnasiums gern, egal ob Sachbücher oder Gedichte. Außerdem ist sie künstlerisch begabt: Vor Kurzem gewann sie auf dem ersten Platz ihrer Altersklasse den Jugendkunstpreis 2019 von der Sparkasse Lüneburg, Thema des Wettbewerbs war „Stadt/Wohnen/Leben 2030“. Auf ihr Abitur im Leistungskursus Kunst bekam sie eine Eins. Was die 18-Jährige allerdings bedauert, sei die mangelnde Anerkennung musisch-künstlerischer Fächer in der Schule; sie würden für weniger anspruchsvoll als andere Fächer gehalten werden. „Aber das kann ich nicht bestätigen, auch in Kunst muss man analysieren und interpretieren können“, erklärt Merle. Ihr Wunsch für die Zukunft sei es, dass Schule nicht nur auf gute Noten und Leistung ausgerichtet wird, sondern dass sie Kreativität, Selbstständigkeit und Selbstbewusstsein der Schüler stärkt. „Der Leistungsdruck ist auf Dauer nicht gesund.“

Zur Vorbereitung auf das Abi hatte sie verschiedene Methoden wie Lernspaziergänge oder Skizzenzeichnen zu bestimmten Themen. Einen Tipp kann sie fürs Englischlernen geben: Möglichst viele Medien nutzen. Bücher, Onlineblogs, Videos, Podcasts – sofern möglich, suchte sie immer nach einer englischen Version.

Was sie mit ihrem Abitur anfangen werde, weiß Merle noch nicht genau. Wahrscheinlich werde sie nächstes Jahr ein Studium beginnen. Einen hochgesteckten Wunsch aber hat sie ganz sicher: „Ich würde gerne zu einer besseren Welt beitragen.“

Von Franziska Ruf