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Emma Louisa Manske will nach ihrem perfekten Abi an der Wilhelm-Raabe-Schule nun Germanistik studieren. (Foto: be)

Abi-Traumnote 1,0: Familienkompatibel soll der Beruf sein

Lüneburg. Emma Louisa Manske wollte einen Abitur-Schnitt unter 2,0. Dieses Ziel hat die Abiturientin der Wilhelm-Raabe-Schule weit übertroffen: Sie schaffte den Abschluss mit der Note 1,0. „Ich hatte von mir aus nicht den Druck, die besten Noten zu erreichen“, sagt sie. In all ihren fünf Abiturfächern Chemie, Physik, Englisch, Deutsch und Religion erntete die 17-Jährige dennoch eine Eins. Nun freue sie sich darauf, im Oktober ein Studium zu beginnen.

Pauken war in Manskes Schulzeit eher Nebensache – in der Oberstufe habe sie kaum mehr als zwei Tage für eine Klausur gelernt. Vokabeln pauken? Habe sie selten gemacht: „Ich hatte ein Vokabelheft, aber darin habe ich eher gemalt, als Vokabeln aufzuschreiben“, erzählt Emma Louisa. Nur für Chemie- und Physikprüfungen habe sie sich mehr anstrengen müssen, Quantenphysik zum Beispiel sei herausfordernd gewesen. Interessiert habe sich die Abiturientin aber für alle Fächer: „Ich fand es sehr schwer, mich überhaupt für Leistungskurse in der Oberstufe zu entscheiden – am liebsten hätte ich alle Fächer gewählt.“ Eine Ausnahme gab es: „Das einzige Fach, das ich nicht so gerne mag, ist Sport.“

Leidenschaft für den Gesang und die Literatur

Ihr Erfolgrezept zu den Traumnoten sei gute Mitarbeit gewesen. „Wenn ich mich aktiv beteilige, lerne ich viel mehr, als wenn ich nur da sitze“, erklärt sie.

Ihre freie Zeit widmet die frisch gebackene Abiturientin der Musik und Literatur. Die 17-jährige singt seit zwölf Jahren im Chor, nimmt Gesangsunterricht und ist im Musikteam ihrer Gemeinde. Was Literatur betrifft, sei sie für alles zu begeistern: Ob Bücher auf Deutsch, Englisch oder Französisch, seien es Klassiker wie Goethe und Schiller oder moderne Science Fiction. Ihr Lieblingsbuch ist die Romanreihe „Thursday Next“ von Jasper Fforde. „Ein bisschen Fantasy, ein bisschen Science Fiction, ein bisschen etwas ganz Verrücktes“, beschreibt sie.

Ihre Leidenschaft für Literatur wird die Abiturientin auch in Zukunft weiter ausleben können: Sie beginnt im Oktober ein Germanistik-Studium in Leipzig. Danach könne sie es sich vorstellen, als Lektorin zu arbeiten oder eine Lehrtätigkeit an der Uni zu beginnen. Unter einer Bedingung: „Der Beruf muss familienkompatibel sein, das ist mir wichtiger als Gehalt.“ Bis Oktober will Emma Louisa nun ihre Ferien genießen: Sie freut sich auf eine Reise nach Israel und auf Urlaub an der Nordsee.

Von Franziska Ruf