Dienstag , 17. September 2019
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Rechtzeitig zum Schuljahresende haben die Schüler die Grüne Mauer fertig gestellt – darüber freuen sich Jonas Krenzel, Dennis Möhlmann, Matthes Gerlinski, Roman Mezler, Raffael Bartsch und Dominik Bäse ebenso wie die Lehrer Manfred Niesler, Dirk Notthoff, Biologin Meike Martin und der stellvertretende Schulleiter Jürgen Rennekamp. Foto: be

Großes Domizil für kleine Tiere

Lüneburg. Rechtzeitig zum Ende des Schuljahres ist das (Mauer-)Werk vollbracht: Schüler der Berufsfachschule Bautechnik an den Berufsbildenden Schulen II (Georg -Sonnin-Schule) am Schwalbenberg in Lüneburg haben in den zurückliegenden Monaten, direkt an die Schule angrenzend, eine „Grüne Mauer“ gebaut, die Kleintieren einen Unterschlupf und Pflanzen ein Quartier bieten soll.

Gut zehn Meter lang ist die Mauer. Statt akribisch verfüllter Fugen hat sie zahllose Risse, Spalten, Löcher und Höhlen – die sind als Rückzugsort für Hummeln ebenso geeignet wie für Spitzmäuse, Eidechsen, Spinnen, Blindschleichen, Käfer und Igel. Dabei wird die Mauer aber auch allen Anforderungen an die Statik gerecht – dementsprechend wurde sie akribisch geplant, sie steht auf einem stabilen Fundament.

Fördergeldern der Bingo-Umweltstiftung

Das Projekt ist eine Kooperation zwischen der Georg-Sonnin-Schule und Diplom-Biologin Meike Martin. Unterstützt wird es über drei Jahre mit insgesamt 10.000 Euro aus Fördergeldern der Bingo-Umweltstiftung. Fachlich angeleitet wurden die Schüler von den Fachpraxislehrern Dirk Notthoff und Manfred Niesler.

Zuletzt wurde die große Vogeltränke fertiggestellt. Außerdem ein gewaltiger Haufen aus Ziegelsteinen, Dachpfannen, Natursteinen, Schieferplatten und vielem mehr, gehalten von einem Zaungeflecht. Weiter ein frostfreier Hohlraum in knapp einem Meter Tiefe, der Kleintieren für den Winter einen sicheren Unterschlupf bieten soll.

„Die Schüler haben gut zusammengearbeitet und es hat ihnen richtig Spaß gemacht“, berichtet Dirk Notthoff über die Arbeit der zurückliegenden Wochen. Und auch Meike Martin ist begeistert: „Die Jungs haben in den letzten Wochen ein Auge bekommen für die Natur, etwa wenn ein Rotkehlchen zu Besuch war.“ Zufrieden ist auch der stellvertretende Schulleiter Jürgen Rennekamp, der sich freut, „wenn es uns gelingt, die Schüler auf diese Weise für Umweltthemen zu sensibilisieren“.

Ein komfortables „Insektenhotel“

Die Grüne Mauer ist fertig, das Projekt an der Südseite der Schule wird aber im kommenden Schuljahr fortgesetzt. Anschließend an die Mauer soll ein komfortables „Insektenhotel“, gebaut im Fachwerkstil und auf selbstgeformten Lehmsteinen errichtet, entstehen. Hier sind dann auch die Schüler der Berufsfachschule Holztechnik gefragt.

Geplant ist außerdem eine „Benjeshecke“, eine Hecke, in der an in die Erde gebrachten Pfählen hauptsächlich Gehölzschnitt wie Äste und Zweige angehäuft wird. Und auch den Spechten wollen Biologin Meike Martin und die Schule etwas Gutes tun: Ein Totholzbaum, versehen mit Ästen aus verschiedenem Holz und angelehnt an das begrünte Dach der BBS-Eingangshalle, soll aufgestellt werden.

Mit der Fertigstellung der ersten „Grünen Mauer“ an der Georg-Sonnin-Schule im kommenden Schuljahr soll das Projekt aber noch längst nicht beendet sein. Es gibt noch zwei weitere Standorte an der BBS II – der Erste, gelegen hinter der Schulmensa, soll noch im kommenden Jahr in Angriff genommen werden. „Darüber hinaus wollen wir unsere Idee auch anderen öffentlichen Einrichtungen, etwa Schulen, anbieten, die sich gern an uns wenden können“, sagt Jürgen Rennekamp.

Von Ingo Petersen