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Dutzende Gymnasiasten des Johanneums füllten einen Container für ihre Partnerschule in Tansania mit Schulmöbeln. Foto: t&w

Ein Container voll Hilfe

Lüneburg. „Als erstes brauchen wir die großen Weißen.“ Ein lauter Ruf aus einem orangefarbenen Container auf einem Tieflader. Unverkennbar eine Lehrerstimme. Die beiden Schüler setzen vorsichtig das Bücherregal ab, greifen sich einen der weißen Schränke, der vor dem Johanneum steht. Dutzende Gymnasiasten versuchen sich als Möbelpacker, verstauen zig Schulbänke, Stühle, Regale und ein einzelnes Tischfußball-Spiel in dem Container. Zieht die Schule um? „Nein“, sagt Lehrerin Eva Pankoke, „sie hilft ihrer Partnerschule in Tansania.“

Die „Wawetu Elshaddai School“ liegt in der Kibaha-Coast-Region, etwa eine Autostunde von der Küstenstadt Daressalam entfernt. Doch gefühlt ist sie den Schülern in den vergangenen Monaten näher gerückt. Vor einem Jahr war Schulleiter Eliud Esseko zu Besuch im Johanneum. „Das war die Initialzündung“, erinnert sich Eva Pankoke. Geldspenden aus Lüneburg flossen in die Errichtung eines Basketballfeldes und eines Schlafhauses. „Die Hälfte der Schüler sind Straßenkinder“, erläutert die Lüneburgerin.

Schulen der Region spendeten Möbel

Bei Geldspenden bleibt es nicht. Nachdem sich die hiesigen Pädagogen bei ihren Kollegen in Tansania erkundigt hatten, ob Interesse an Schulmöblen besteht, stemmten Schüler, Eltern und Lehrer gemeinschaftlich eine Sammelaktion. Schulen der Region spendeten Möbel, das „Jojo“ legt noch Laptops dazu.

In drei bis sechs Wochen wird der Container in Daressalam entladen. Ursprünglich wollten einige Lüneburger Lehrer dann beim Entladen helfen. Nun kann es sein, dass der Container wegen bürokratischer Hürden nach ihnen eintrifft. Die Frachtkosten haben die Schüler zum Teil selbst mit einem Spendenlauf aufgebracht. Den Rest schießt das Kultusministerium zu.

Engagement soll keine Eintagsfliege bleiben

Zehntklässler Jan Philipp (16) erklärt, wieso es ihm leicht fiel, sich außerhalb der Schulzeit zu engagieren: „Es fühlt sich gut an, Gutes zu tun. So können wir aktiv helfen und einen Beitrag zur Bildung leisten.“

Das Engagement soll keine Eintagsfliege bleiben. „Wir planen eine Arbeitsgemeinschaft“, sagt Pankoke – und ergänzt: „Ich bin stolz auf das Engagement der Schüler, auf die Art, wie sie sich selbst organisiert haben. Letztlich ist dies auch ein Beitrag zur Völkerverständigung.“ jz