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Der Heidepark erhielt nach seiner Gründung 1978 zahlreiche neue Fahrgeschäfte. Erstmals verkauft wurde der Park 2001 an die Tussauds-Gruppe. (Foto: A/Wiebe)

Heidepark wird zum Baustein der Lego-Familie

Soltau. Der Heidepark bleibt, der Besitzer wechselt. Seit ein paar Tagen ist die Neuigkeit raus: Das den Erben von Lego-Gründer Kirk Kristiansen gehörende Unternehmen Kirkbi Invest kauft Anteile von Merlin Entertainments, dem weltweit zweitgrößten Freizeitpark- und Attraktionenbetreiber, das berichtet die Böhme-Zeitung.

Ziel von Kirkbi Invest ist es insbesondere, die Legolandparks zurück in Familienhand zu bringen, die man 2005 an Merlin Entertainments verkaufen musste. Zum Geschäft gehört auch der Heidepark. Weitere Freizeitparks und Ausstellungen sind etwa die Sea-Life-Anlagen, The Dungeon in Hamburg, Madame Tussauds in Berlin und das London Eye.

Dänen sind auch auf Blackstone angewiesen

Kirkbi hatte Legoland 2005 an Merlin Entertainment verkaufen müssen, möchte jetzt aber das Familienerbe zurückerwerben. Das dänische Unternehmen, das bis heute die Lego-Marke betreibt, hält zurzeit knapp 30 Prozent an dem börsennotierten Merlin Entertainments. Nun geht es um die Übernahme der restlichen Anteile. Doch ganz allein schafft Kirkbi Invest den Deal nicht. Um das Geschäft über die Bühne bringen zu können, sind der US-amerikanische Investor Blackstone, der ebenfalls bereits Anteile hält, und der kanadische Pensionsfonds CPPIB mitbietende Partner. Der Preis für die Anteile beträgt etwa 4,8 Milliarden Pfund, rund 5,6 Milliarden Euro.

Merlin will seinen Anteilshaltern das Geschäft empfehlen und nennt den festgelegten Preis von 455 Cent je Aktie „fair und angemessen“. Die 1999 gegründete Merlin Entertainments betreibt in 25 Ländern mehr als 130 Freizeitparks und Ausstellungen, 19 Hotels und sieben Urlaubsanlagen mit etwa 28 000 Angestellten. Jährlich nutzen rund 67 Millionen Gäste die Angebote und den Heidepark.

Freizeitpark wechselte mehrfach den Besitzer

Der Heidepark wurde 1978 von Schausteller Hans-Jürgen Tiemann begründet, der den Wildpark Heidenhof erwarb und dort zunächst sechs Fahrgeschäfte aufbaute, die gleich in der ersten Saison 600 000 Gäste anzogen. In den Folgejahren wurden neue Attraktionen eingerichtet, manche, wie die Delfinschau, aber auch wieder geschlossen. 2001 erwarb die Tussauds-Group die Mehrheitsanteile am Heidepark, 2005 die Dubai International Capital und 2007 als gegenwärtiger Besitzer die Merlin Entertainments Group.

Einen radikalen Kurswechsel hat der Heidepark durch den Wechsel wohl nicht zu befürchten, zumal Kirkbi schon Anteilseigner ist. „Wir setzen uns dafür ein, dass Legoland und die anderen Aktivitäten ihr volles Potenzial entfalten“, erklärt die Kirkbi-Geschäftsführung.

Von Bernhard Knapstein