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Die Heideblüte hat begonnen. Am Wilseder Berg und am Totengrund ist bereits zartes Violett zu sehen. Foto: VNP

Zartes Lila kündigt frühen Start an

Niederhaverbeck. Noch sind es nur vereinzelte Büsche, die violett blühen. Doch es werden mehr – viel mehr in den kommenden Tagen: Für diese Saison erwartet die VNP Stiftung Naturschutzpark Lüneburger Heide eine gute bis sehr gute Heideblüte, die im Naturschutzgebiet Lüneburger Heide jetzt begonnen hat und damit früher als in den vergangenen Jahren. Vor allem Richtung Süden im Naturschutzgebiet legt die Heideblüte langsam los: am Wilseder Berg und am Totengrund ist zartes Lila schon zu sehen.

„Ende Juli wird es richtig violett strahlen, weil die Besenheide dann flächendeckend blüht. Das derzeit warme Wetter bietet dafür die beste Voraussetzung“, sagt Mathias Zimmermann, Geschäftsführer der VNP Stiftung. Sein Ausblick über Ende Juli hinaus wird Heide-Fans freuen. „Wir gehen momentan davon aus, dass die Heide bis Ende September blühen wird“, so Zimmermann.

Zwei Gründe führt er für seine optimistische Prognose an. „Das Wetter spielt mit. Es ist warm, aber nicht heiß. Das mag die Besenheide. Außerdem haben wir im Naturschutzgebiet durch unsere Flächenpflege unterschiedliche Altersstadien bei den Pflanzen: die alten blühen jetzt, die jungen später bis Ende September.“ Dadurch, so Zimmermann weiter, stehe in diesem Jahr eine längere Blüteperiode bevor. Das trifft jedoch auf die Glockenheide nicht mehr zu. Ihre Blütezeit ist ihm zufolge bereits beendet.

Dürre und Heideblattkäfer sorgten für braune Flächen

Mathias Zimmermann ist froh, dass es aller Voraussicht nach weniger braune Flächen als im Vorjahr in der Heide geben wird. „Es war nicht nur die Dürre, die vor einem Jahr für die kupferbraune Färbung bei den Pflanzen gesorgt hatte. Vor allem verantwortlich war der Heideblattkäfer, der die Blätter und Wurzeln dermaßen angeknabbert hatte, dass die Pflanzen keine Chance hatten, zu blühen.“ Der Schädling hatte sich aufgrund des nassen Jahres 2017 massiv vermehrt. „Doch die lange Trockenheit 2018 hat er anschließend nicht überlebt. Deshalb wurden die Karten für die Heideblüte in dieser Saison neu gemischt.“

Dennoch, so betont Mathias Zimmermann, steht und fällt für die Heideblüte vieles mit dem Regen. „Dieser ist für das Gedeihen der Heidevegetation dringend nötig. Auf sandigen, erhöhten Stellen wird der in Aussicht stehende Regen die Heidepflanzen vielleicht am Leben erhalten, aber nicht zur Blüte bringen.“

„Das sieht gigantisch aus“

Im Sandboden, betont der Experte, gebe es keinen Vorrat an Feuchtigkeit. „Wenn es nicht ausreichend viel regnet, trocknen die Pflanzen auf sandigen Partien ein. Sie überleben zwar, doch verfärben sich überirdisch braun.“

Ein lila Kleid wirft im Naturschutzgebiet aber nicht nur Calluna Vulgaris über. Violett blüht zurzeit auch der Thymian auf dem Abschnitt zwischen Niederhaverbeck und dem Hof Wulfsberg bei Schneverdingen entlang dem Heidschnuckenweg. „Das sieht gigantisch aus“, schwärmt Mathias Zimmermann. Und nicht nur das: Würziger Geruch steigt aus den Pflanzenpolstern am Wegesrand auf.

Die Heideflächen zwischen Wulfsberg und Niederhaverbeck im Landkreis Heidekreis bewirtschaftet Schäfer Uwe Storm seit mehr als 20 Jahren mit seiner Heidschnuckenherde. Dadurch hat der flachwüchsige und trittresistente Thymian dort keine Konkurrenz durch höherwüchsige Gräser.

Von Stefan Bohlmann