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Fleißige Bauarbeiter könnten noch häufiger in Lüneburg zu sehen sein, findet die Gewerkschaft IG BAU. Foto: IG BAU

610 neue Wohnungen binnen eines Jahres

Lüneburg. Im vergangenen Jahr sind in Stadt und Landkreis Lüneburg insgesamt 610 Wohnungen gebaut worden – darunter 273 in Ein- und Zweifamilienhäusern. Das sind 55 Prozent weniger als im Vorjahr. Diese Bilanz zieht die Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt, dabei beruft sie sich auf Zahlen des Statistischen Bundesamtes.

Der Bezirksvorsitzende der IG BAU, Matthias Maurer, sieht beim Neubau „deutlich Luft nach oben“. Entscheidend sei dabei natürlich, was gebaut werde: „Die Wohnungen müssen zum Portemonnaie und zur Lohntüte der Menschen passen. Es kommt darauf an, vor allem preisgünstige Wohnungen und Sozialwohnungen zu bauen.“ Dazu sei es dringend erforderlich, die steuerliche Abschreibung (AfA) im Mietwohnungsbau dauerhaft von derzeit zwei auf drei Prozent zu erhöhen.

Wohnungen müssen auch zum Portemonnaie passen

Darüber hinaus brauche der soziale Wohnungsbau eine Förderung von mindestens sechs Milliarden Euro pro Jahr durch Bund und Länder – und das kontinuierlich für die nächsten Jahre. In diesem Jahr unterstütze der Bund den Bau von Sozialmietwohnungen mit lediglich 1,5 Milliarden Euro, ab 2020 werden die Mittel sogar auf eine Milliarde abgesenkt. Zudem fallen pro Jahr rund 80.000 Sozialwohnungen aus der befristeten Mietpreisbindung heraus – deutlich mehr als in den vergangenen Jahren neu gebaut wurden.

„Der Bau braucht eine Perspektive. Die bekommt er durch eine dauerhafte verlässliche Förderung. Nur dann werden in der gesamten Prozesskette – von der Baustoffherstellung bis zur Verarbeitung auf dem Bau – die dringend notwendigen Kapazitäten ausgebaut. Und das bedeutet zusätzliche Fachkräfte und sichere Arbeitsplätze, zusätzliche Produktionsstraßen und Baumaschinen“, sagt Maurer.

Es sei fatal, die Wohnungsbaupolitik von Wahl zu Wahl zu planen, statt verlässliche und wirksame Rahmenbedingungen zu schaffen. „Immerhin ist der Wohnungsbau bei wachsender Bevölkerung unverzichtbar und ein wichtiger Motor der Binnenkonjunktur – auch im Kreis Lüneburg“, sagt Maurer. lz