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Häufig verpassen Pendler in verspäteten Metronomzügen ihre Anschlussbusse am ZOB. Das könnte sich noch in diesem Jahr ändern. (Foto: be)

Busse sollen später vom ZOB abfahren

Lüneburg. Mal den Bus zu verpassen ist ärgerlich. Besonders, wenn das immer wieder passiert – beinahe jeden Tag. Und geradezu frustrierend ist es, wenn es nicht die eigene Schuld ist. So erging es vielen Pendlern in den vergangenen Wochen. Wie etwa Peter Weerda und Tobias Schlender. Beide wohnen in Lüneburg und arbeiten in Hamburg. Beide saßen sie oft in verspäteten Metronom-Zügen, kamen an am Lüneburger Bahnhof, und ihre Anschlussbusse waren schon weggefahren. Und beide müssen dann noch eine halbe Stunde auf den nächsten Takt warten.

Weerda etwa wohnt am Ebensberg, dorthin fährt ihn abends die Buslinie 5015, die um 18:37 Uhr fährt. „Laut Plan sollte der Metronom aus Hamburg um 18:33 Uhr in Lüneburg einfahren“, sagt der 59-Jährige. „Doch in etwa der Hälfte aller Fälle ist der fünf bis zehn Minuten verspätet.“ Dann ist sein Bus schon weg, er muss sich bis 19:07 Uhr gedulden. „Die Taktung ist zu knapp“, findet Weerda. Dass der Bus nicht ewig auf den verspäteten Metronom warten könne, ist ihm klar. „Aber wenn der Bus planmäßig einfach ein paar Minuten später fahren würde, wäre der Frust deutlich kleiner“.

Längere Wartezeiten bei Verspätungen

Ähnlich sieht das sein Leidensgenosse Tobias Schlender. Er kritisiert zudem, dass die Busfahrer am Lüneburger Omnibusbahnhof es auch bei kleinen Verspätungen des Metronom teilweise zu genau mit der Pünktlichkeit nähmen und die Fahrgäste nicht genügend Zeit zum Umsteigen hätten. „Das trat leider häufiger auf.“

Mit seiner Kritik wandte er sich an den Kundendienst der KVG Stade. Deren Lüneburger Betriebsleiter, Werner Bobleter, kam ihm aber rasch entgegen: „Kurzfristig haben wir eine Information an alle Busfahrer gegeben, dass sie fünf Minuten im Stadtverlehr und zehn Minuten im Überlandverkehr auf den Metronom warten sollen.“ Natürlich hoffe er, dass das nicht so oft passiere und dadurch andere Fahrgäste verärgert werden würden. „Die Verspätungen durch den Metronom stellen uns vor große Herausforderungen“, sagt Bobleter.

Und auch Peter Weerda kann auf eine Besserung der Situation hoffen. Für die Fahrpläne ist der Landkreis Lüneburg verantwortlich, und mit dem kommenden Fahrplanwechsel im Dezember sollen die Abfahrten nach hinten verschoben werden. „Die Takte des Regionalverkehrs sollen dann auf eine Abfahrt ungefähr auf „Minute 40″ gebracht werden“, sagt Kreissprecherin Isabel Wesselink. Die Taktung noch weiter nach hinten zu schieben, sei nicht zweckmäßig: „Wenn der Metronom pünktlich ist, hat der Fahrgast nach der neuen Taktung sieben Minuten Umsteigezeit.“ Würde die Umstiegszeit verlängert werden, stiege der Unmut bei Fahrgästen aus pünktlich ankommenden Metronomen.

von Robin Williamson