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Zu den Organisatoren der Wandelnacht zählen (v.l.) Reinhild Freifrau von der Goltz, Dennis Schipporeit, Andreas Stolze, Christian Kindel, Christine Schmid und Friedemann Pache. Foto: t&w

Nächtliches Wandeln in altehrwürdigen Gemäuern

Lüneburg. Zum zweiten Mal ist der Reformationstag in diesem Jahr ein Feiertag in Niedersachsen. Erstmalig bieten die Kirchen in Lüneburg und das Kloster Lüne nun ein neues Format an, um diesen Tag ökumenisch zu feiern. Sie laden für den Vorabend, Mittwoch, 30. Oktober, zur Wandelnacht ins Kloster Lüne ein. Im besonderen Ambiente können die Besucher in der Zeit von 18 bis 22 Uhr Vorträge anhören, an Workshops teilnehmen und Musik erleben.

„Reformation heißt Wandel. In den uralten Räumen des Klosters bringt die Wandelnacht neue Formen mit alten Traditionen zusammen“, sagt Christine Schmid, Leitende Superintendentin und Sprecherin des ökumenischen Vorbereitungsteams. Erlebbar und diskutiert werden sollen Themen des gesellschaftlichen wie auch des kirchlichen Wandels. Aber auch die Vielfalt der christlichen Religion solle sinnenhaft erfahrbar gemacht werden. Sich einlassen, getragen werden von der besonderen Stimmung im Kloster und sich auseinandersetzen – das gehört zu diesem Abend, bei dem sich die Besucher auch ein Glas Wein und Snacks schmecken lassen können.

Workshops, Vorträge und Live-Musik

„Für die Vorträge konnten wir interessante Persönlichkeiten von außen gewinnen“, kündigt Christian Kindel von der katholischen Kirchengemeinde St. Marien an. Dazu gehören der Zeit-Autor Ulrich Schnabel und der Kirchenvisionär Dr. Christian Hennecke. Der bekannte Schauspieler Rolf Becker berichtet über Seenotrettung im Mittelmeer, Geflüchtete und Migranten erzählen über ihr Leben in Deutschland.

Workshops wie zum Beispiel „Kirchenglocken zum Schwingen bringen“, „Wovon träumst Du?“ und „Beten mit den Füßen“ bieten Lüneburger Kirchengemeinden und christliche Initiativen in verschiedenen Räumen des Klosters an. Dort können Besucher auch Schätze des Kreuzganges entdecken, bei einer Schreibwerkstatt mit der Texterin Susanne Niemeyer von „Andere Zeiten“ mitmachen, an einer Bibelarbeit im Teppichmuseum teilnehmen, Stille erleben in einer Klosterzelle – „oder auch einfach nur reinschnuppern, zum Beispiel bei einer Silent Party im Sarggang“, sagt Christine Schmid. „Musikalisch wird der Abend unter anderem begleitet von der Soul- und Jazzsängerin Sarah Kaiser sowie vom Chor „Chornetto“, freut sich Friedemann Pache von der Matthäusgemeinde. Mit einer Lichterprozession durch den Kreuzgang endet die Wandelnacht. Die Organisatoren sehen sie auch als „kleinen Lüneburger Kirchentag“.

Weitere Informationen zum Format gibt es unter www.wandelnacht.de im Internet.

Von Antje Schäfer