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Der Ausstellungsbereich im Erdgeschoss wird erneuert. Ein neuer Raum zeigt künftig den Wert des Biosphärenreservates für Mensch und Natur. Foto: be

Wissenswertes über Schutzgebiete

Bleckede. Das Konzept hat die Geldgeber überzeugt. Im Bleckeder Biosphaerium wird ein Raum entstehen, der das Biosphärenreservat Niedersächsische Elbtalaue Besuchern künftig zeitgemäß erklärt. Die Stadt Bleckede will mit dem Projekt das seit 2002 von ihr betriebene Biosphaerium Elbtalaue fit für die Zukunft machen und erhält dafür knapp 203.000 Euro von der EU und dem Land Niedersachsen.

Mittel kommen auch von der Niedersächsischen Bingo-Umweltstiftung (25.000 Euro) und der Sparkassenstiftung Lüneburg (12.000 Euro). Die Stadt Bleckede investiert darüber hinaus 30.000 Euro für die Erneuerung des Ausstellungsbereiches im Erdgeschoss. Die Arbeiten werden im Herbst ausgeschrieben.

Ausgangspunkt für Führungen

„Der Wert des Biosphärenreservates für Mensch und Natur wird in diesem neuen Raum auf verschiedene Weise, zum Teil auch spielerisch, den Besuchern nahe gebracht“, sagt Geschäftsführerin Andrea Schmidt. Und Bleckedes Bürgermeister Jens Böther (CDU) ergänzt: „Wir verstehen diesen Biosphärenraum als zentrale Informationsstelle über das Biosphärenreservat und damit als einen Ausgangspunkt für Führungen und Bildungsprogramme.“

Bereits im vergangenen Jahr haben Vertreter des Biosphaeriums, der Stadt sowie der Biosphärenreservatsverwaltung in Hitzacker gemeinsam mit einem Ausstellungsbüro unter dem Arbeitstitel „Biosphärenraum“ ein erstes Konzept zur Neugestaltung eines Ausstellungsraumes im Erdgeschoss des Haupthauses erarbeitet. Ziel der Neugestaltung ist es, einen aktuellen Einstieg in die Aufgaben der UNESCO-Biosphärenreservate zu geben und die Besonderheiten des Biosphärenreservats darzustellen. Dadurch soll das Konzept eines Biosphärenreservates besser zu verstehen sein, auch durch Beispiele aus der Praxis. Zugleich werden die Besucher künftig noch stärker motiviert, die Landschaft der Elbtalaue zu entdecken und zu erleben.

Rund 25.000 Besucher im Jahr

„Das Bleckeder Konzept sieht vor, das weltweite Netz der Biosphärenreservate den Menschen anschaulich zu machen“, sagt Jens Böther. Damit einher geht ihm zufolge ein Erneuerungsprozess im Biosphaerium – räumlich und inhaltlich. „Den Raum, den wir jetzt umgestalten, gibt es in seiner bestehenden Form bereits mindestens so lange wie das Biosphärenreservat, also seit fast 20 Jahren. Seine Umgestaltung ist für Bleckede wichtig, denn wir erhoffen uns davon neue Impulse“, meint er. Denn Böther ist überzeugt, dass das Biosphaerium an Attraktivität hinzugewinnen werde. „Sodass wir neue Besucher erreichen beziehungsweise diejenigen, die schon mal da waren, zu erneuten Besuchen motivieren können.“ Aktuell verzeichnet die Einrichtung rund 25.000 Besucher im Jahr.

20 Meter hoher Aussichtsturm

Das Informationszentrum bietet Begegnungen mit Tieren, die sonst im Verborgenen unterwegs sind. So gibt es ein Aquarium mit Elbfischen von Aal bis Zander und ein Biberpärchen im Wasser, an Land oder in seiner Burg. Vom 20 Meter hohen Aussichtsturm reicht der Blick weit über die Elbe und das Deichvorland. Die Tourist-Information im Biosphaerium gibt unter anderem Tipps für Spaziergänge und Radtouren.

Von Stefan Bohlmann

Zur Sache

Förderprogramm „Landschaftswerte“

Die Stadt Bleckede als Eigentümer und Projektträger erhält die Fördersumme aus der Richtlinie „Landschaftswerte“ des niedersächsischen Umweltministeriums. Die Summe setzt sich zu 80 Prozent aus EU-Mitteln und zu 20 Prozent aus Landesmitteln zusammen. Aus der Richtlinie „Landschaftswerte“ werden Projekte aus den Nationalen Naturlandschaften in Niedersachsen gefördert (Nationalparke, Biosphärenreservate).

Insgesamt sind es 34 Projekte. Elf Millionen Euro werden aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) und vier Millionen Euro aus dem niedersächsischen Landeshaushalt kommen. „Wir fördern eine bunte Vielfalt an Projekten“, sagte Umweltminister Olaf Lies, „so kann die Inneneinrichtung des Nationalparkhauses Juist endlich erneuert und eine Ausstellung im Nabu Wildkatzenzentrum in Goslar entstehen.

Außerdem werden einige Naturerlebnispfade eingerichtet. Auch konzeptionelle Projekte, wie der Naturparkplan in der Wildeshauser Geest, werden gefördert.“ Start der Richtlinie „Landschaftswerte“ war 2016. Mittlerweile wurden 136 Projekte in Niedersachsen mit einer Summe von 36,4 Millionen Euro (davon 27,5 Millionen aus dem EFRE und 8,9 Millionen Landesmittel) bewilligt. 36 Projekte wurden bereits abgeschlossen.