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Grit Richter, Bürgermeisterin der Gemeinde Amt Neuhaus. Foto: t&w

„Zu wenig positive Effekte fürs Gemeinwohl“

Neuhaus. In Neuhaus wird kein weiteres Blockheizkraftwerk in Betrieb gehen. Der Gemeinderat Amt Neuhaus hat bei seiner jüngsten Sitzung dem Vorhaben der Agrarvereinigung Darchau einen Riegel vorgeschoben. Von den 13 anwesenden Ratsmitgliedern stimmten acht gegen einen entsprechenden Antrag des Unternehmens, zwei dafür, drei enthielten sich. Der Tagesordnungspunkt hatte die Bürger mobilisiert, nach Auskunft von Grit Richter, Bürgermeisterin der Gemeinde Amt Neuhaus, waren rund 40 Interessierte ins Dorfgemeinschaftshaus Dellien gekommen.

Aufatmen bei den Bürgern

Die mehrheitliche Entscheidung gegen das neue Blockheizkraftwerk sorgte für ein geteiltes Echo: Aufatmen bei den Neuhauser Bürgern, denen nun ein erhöhtes Verkehrsaufkommen erspart bleibt. Enttäuschung dagegen bei Kunibert Ruhe, Gründer des Unternehmens Ruhe Agrar, zu dem die Agrarvereinigung Darchau gehört, und denjenigen, die gern von der Fernwärme profitiert hätten.

Derzeit betreibt die Agrarvereinigung Darchau laut Ruhe fünf Blockheizkraftwerke in Darchau, Haar und Neuhaus, die 260 Wohneinheiten mit Fernwärme versorgen. Geplant war von Seiten des Unternehmens nun, ein weiteres Blockheizkraftwerk in Neuhaus in Betrieb zu nehmen und damit Wärme für weitere 50 bis 70 Wohneinheiten anzubieten. Doch dazu hätte die sogenannte Feuerwärmeleistung der Biogasanlage um 1300 Kilowatt erhöht werden müssen. Der Gemeinderat hätte für dieses Vorhaben einen Aufstellungsbeschluss zur Änderung des Bebauungsplans Nr. 13 „Agrarvereinigung e.G. Darchau“ treffen müssen. Doch genau das tat er eben nicht.

Blockheizkraftwerk wird jetzt woanders gebaut

Grit Richter fasst die Entscheidung gegen das neue Blockheizkraftwerk mit „zu wenig positiven Effekten für das Gemeinwohl“ zusammen. Demnach wurden von den Ratsmitgliedern vor allem die vermehrten Durchfahrten durch den Ort sowie die geplante Verwendung von 4500 Tonnen Hühnertrockenkot aus Oldenburg kritisch gesehen.

Um eine erhöhte Feuerwärmeleistung zu erzielen, hätten Schlepper mehr Substrat zur Anlage fahren müssen. Genehmigt sind von dem organischen Material schon jetzt unter anderem 28.500 Tonnen Mais, 17.000 Tonnen Rindergülle und 5000 Tonnen Grassilage pro Jahr, die in der Biogasanlage vergärt werden. Die gesamte Einfuhr beläuft sich aktuell auf gut 61.500 Tonnen jährlich – und diese hätte sich, vorbehaltlich der Zustimmung der Ratsmitglieder, um weitere 6500 Tonnen Substrat erhöht. Doch daraus wird nun nichts. Kunibert Ruhe kündigt an: „Das Blockheizkraftwerk wird jetzt woanders installiert, aber nicht in Neuhaus.“

Von Emilia Püschel

Weitere Tagesordnungspunkte

Entscheidungen in Kürze

  • Auf den Jahresversammlungen der Freiwilligen Feuerwehren Laave und Haar wurden die Ortsbrandmeister und deren Stellvertreter nach Ablauf der sechsjährigen Amtszeit durch die Mehrheit der Mitglieder neu gewählt. Die Ernennung mit entsprechender Beurkundung in das Ehrenbeamtenverhältnis wurde nun bei der Ratssitzung vorgenommen: Jörg Garloff wurde zum Ortsbrandmeister der Feuerwehr Laave wiedergewählt. Sein Stellvertreter heißt weiter Dirk Safarik. Kevin Kruse ist erneut zum Ortsbrandmeister der Feuerwehr Haar gewählt worden. Sein neuer Stellvertreter ist Andreas Schmaltz.
  • Die vorgebrachten Anregungen und Stellungnahmen im Rahmen der öffentlichen Auslegung der 2. Änderung des Teil-Flächennutzungsplanes Nr. 2 im Ortsteil Tripkau wurden einstimmig beschlossen. Ziel der Planung ist es, dem Rinderbetrieb in Tripkau eine Erweiterung des Betriebsareals zu ermöglichen.
  • Geehrt wurde Waltraud Hoffmann, seit mehr als 15 Jahren ehrenamtliche Ortsvorsteherin der Ortschaft Haar/Darchau.
  • Beschlossen wurde die Mitgliedschaft der Gemeinde Amt Neuhaus im Förderverein Brücken bauen.