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Schule und Turnhalle in Echem wurden vollständig durch ein Feuer zerstört. Foto: be

Neue Ideen für neue Mitglieder

Echem. Not macht erfinderisch. Auch beim FC Echem. Weil dem Sportverein nach dem Verlust der abgebrannten Turnhalle vor mehr als zwei Jahren noch weitere Mitglieder wegzulaufen drohen, ist der Vorstand aktiv geworden: Mit neuen Angeboten will er neue Aktive gewinnen und bestehende halten. Das Konzept geht auf.

Ob „Babys in Bewegung“ oder „Trittsicher durchs Leben“: Claudia Fischer, Abteilungsleiterin Turnen und Breitensport, besucht regelmäßig Fortbildungen, um dann mit eher außergewöhnlichen Konzepten die richtigen Marktlücken zu finden.

Denn das tut Not: Seit April 2017, als ein verheerender Brand die örtliche Grundschule samt Einfeldhalle zerstörte, haben schon gut 70 Beitragszahler ihre Mitgliedschaft gekündigt. Dabei hatten die Verantwortlichen alles dafür getan, das Angebot so gut wie eben möglich aufrecht zu erhalten. Jörg Fischer, Vorsitzender des FC Echem, erklärt: „Wir sind Kooperationen mit den benachbarten Vereinen eingegangen, durften in Leerzeiten deren Hallen nutzen und haben einen Teil der Sportstunden auch in das örtliche Schützenhaus verlagert.“

Andere Bedürfnisse wurden ausgelagert

Claudia Fischer, die dort die Gruppen leitete, sagt: „Wir mussten immer weit vor der Belegung die Heizung aufdrehen, um das beträchtliche Gebäude zu erwärmen. Zudem wurde es an den Wochenenden häufig vermietet, sodass wir unser Material immer wieder komplett ausräumen mussten. Das war schon sehr aufwändig.“ Trotz aller Dankbarkeit für den Schützenverein ist sie nun aber froh, dass sich andere Möglichkeiten ergeben haben.

Seit vergangenem Oktober findet ein Teil der Turnstunden nun im eigenen Vereinsheim statt, andere Bedürfnisse wurden ausgelagert: „Die Samtgemeinde hat uns neben dem bereits vorhandenen Container für Duschen einen weiteren zur Verfügung gestellt“, erklärt Jörg Fischer, „wir haben da eine Wand eingezogen, sodass wir beispielsweise bei Fußballspielen eine Umkleidekabine für zwei Mannschaften haben.“ Lediglich die Akustik sei etwas gewöhnungsbedürftig: „Taktikbesprechungen sollten die Trainer lieber woanders führen“, sagt der Vorsitzende lachend.

Der erste Kursus lief großartig

Der große Raum des Clubhauses ist nun mit Matten ausgelegt, wird nur noch barfuß betreten. Neben Angeboten wie Feierabend-Fitness, 50-plus-Turnen oder Yoga finden dort auch die Kurse für die Kleinsten statt: „Babys in Bewegung“ heißen die und richten sich – unterteilt in drei Altersgruppen- an Kinder zwischen drei und zwölf Monaten. „Der erste Kursus lief großartig“, ist Claudia Fischer begeistert, „für den ab August startenden haben wir aber gerade im jüngsten Bereich noch Plätze frei.“ Das gilt auch für die Nachwuchsturner, die sich in Hohnstorf treffen: „Die frühen Zeiten sind doch für viele schwierig.“

Aufgeben wird der Verein aber trotzdem nicht, wird auch weiterhin um seine Mitglieder kämpfen. Jörg Fischer weiß: „Viele sind glücklicherweise noch bei uns registriert, auch wenn sie schon länger kein Angebot mehr wahrgenommen haben. Das ist wohl eine Art leiser Unterstützung.“ Klar ist ihm aber auch: „Ohne eine neue Halle haben wir keine Zukunft.“

Von Ute Lühr