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Gut 12000 Quadratmeter groß ist das Areal „Am Neumühler Weg“, das die Gemeinde Neetze jetzt für die Ansiedlung eines größeren Einkaufsmarktes entwickeln will. Foto: phs

Ein Markt am Ortseingang

Neetze. Gut 20.000 Euro hat das Dorfentwicklungs-Konzept für Neetze gekostet. „Aber das ist gut angelegtes Geld“, sagen Neetzes Bürgermeister Karsten Johansson (CDU) und sein Stellvertreter Hans-Jürgen Schulze (UWN). Wie soll, wie wird sich der Ort in Zukunft entwickeln? Antworten auf diese Frage soll die Expertise geben, die jetzt von den Mitgliedern des Bauausschussses in Neetze einstimmig gebilligt wurde. Jetzt muss der Landkreis Lüneburg dem Gutachten zustimmen.

Lebensmittelmarkt zu klein für die Zukunft

Ein Trend zeichnet sich schon lange ab: Neetze als Wohnort ist beliebt, die Nachfrage nach Bauland entsprechend groß. „Seit mehr als vier Jahren führen wir eine Warteliste mit inzwischen mehr als 80 Bauinteressenten“, berichten Johansson und Schulze. Die 2600 Einwohner zählende Gemeinde wird also weiter wachsen. Platz für 85 Wohneinheiten soll am Barskamper Weg, gegenüber dem Sportplatz, entstehen.

Manche Einwohner werfen aber auch die Frage nach einer adäquaten Grundversorgung auf. Denn der jetzige Lebensmittelmarkt „Am Dorfplatz“ mit einer Verkaufsfläche von 580 Quadratmetern ist zu klein. Neetze gilt als ein Grundzentrum, muss die Lebensmittelversorgung über die Ortsgrenzen hinaus stemmen können. Das sei schon jetzt nicht mehr der Fall. Nachteilige Auswirkungen auf andere Marktstandorte seien durch einen neuen, größeren Markt nicht zu erwarten. Eine bauliche Erweiterung des alten Marktes ist nicht möglich. „Und wir haben ein gigantisches Parkplatzproblem in der Ortsmitte“, sagt Johansson.

Flächen befinden sich im Besitz der Gemeinde

Die Planer haben sechs mögliche Flächen im Gemeindegebiet näher unter die Lupe genommen, die aus ihrer Sicht für die Ansiedlung eines größeren Marktes in Frage kommen könnten. Am Ende ist es schließlich das gut 12.000 Quadratmeter große Areal „Am Neumühler Weg“ geworden. Die Flächen befinden sich im Besitz der Gemeinde. Hier soll nach dem Willen der Kommune der Vollsortimenter angesiedelt werden mit einer Verkaufsfläche von 1300 bis 1 400 Quadratmetern. Dazu sollen eine Bäckerei-Filiale sowie Nebengeschäfte Platz finden. „Nach den Sommerferien wollen wir in die konkreten Planungen einsteigen“, erklärt Johansson und ergänzt: „Bis zur Eröffnung des neuen Marktes wird es wohl zweieinhalb Jahre dauern.“

Den Dorfplatz wollen die Kommunalpolitiker erhalten. Für die Nachnutzung des Gebäudes stehe man bereits mit einer Immobiliengruppe aus Hamburg in Verhandlung.

Senioren-Wohnprojekte in Neetze entwickeln

Was das Dorfentwicklungskonzept ebenfalls herausgearbeitet hat: Die Anzahl der über 85-Jährigen im Dorf wird bis 2035 im Mittel um 75 Prozent steigen. Daraus ergibt sich ein erhöhter Pflegebedarf. „Doch eine stationäre Pflegeeinrichtung gibt es im Gemeindegebiet nicht“, stellen Johansson und Schulze im Gespräch mit der LZ fest, deshalb wolle man nun versuchen, Senioren-Wohnprojekte zu favorisieren: „Entweder am Dorfplatz oder auch am neuen Einkaufsmarkt.“

Und auch bei der Gesundheitsversorgung der Neetzer Bürger sehen der Bürgermeister und sein Stellvertreter im Gespräch mit der LZ Handlungsbedarf: „Ortsansässige Allgemeinmediziner gehen in Rente, Nachfolgeregelungen sind nicht getroffen und verfügbare Praxisräume werden den Platzansprüchen moderner Gemeinschaftspraxen nicht mehr gerecht. Wenn wir also Allgemeinmediziner nach Neetze holen können, wäre das eine tolle Sache“, sagen die beiden Kommunalpolitiker.

Von Klaus Reschke