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Am 10. November entscheiden die Bleckeder wer für den künftigen Landrat Jens Böther ins Rathaus einzieht. Foto: t&w

Wer folgt auf Böther?

Michael Hoppstädter . Foto: t&w

Bleckede. Die Wahl von Jens Böther zum neuen Landrat zieht im Landkreis Lüneburg noch eine weitere Wahl in diesem Jahr nach sich. Am 1. November übernimmt der 5 3-jährige Christdemokrat im Michaeliskloster die Amtsgeschäfte von Manfred Nahrstedt (SPD). Zehn Tage später bestimmen dann fast 9000 Wahlberechtigte ab 16 Jahre seine Nachfolge auf dem Chefsessel des Bleckeder Rathauses.

Die Christdemokraten sind bei der Suche derzeit am weitesten. Drei durchaus namhafte Kandidaten haben bereits offiziell ihr Interesse angemeldet.

Die größte Überraschung ist sicherlich Michael Hoppstädter. Der 44 Jahre alte Berufssoldat ist vielen im Landkreis als ehemaliger Kommandeur des in der Lüneburger Theodor-Körner-Kaserne stationierten Aufklärungslehrbataillons 3 bekannt.

Felix Petersen ist noch prominenter

Felix Petersen. Foto: phs

Der Oberstleutnant ist Diplom-Staatswissenschaftler und wurde vor gut einem Jahr in den Stab des 1. deutsch-niederländischen Korps ins westfälische Münster versetzt. Hoppstädter ist bisher parteilos, seine Ehefrau Maike ist aber in der Bleckeder CDU aktiv.

Politisch noch prominenter ist Felix Petersen. Der 31-Jährige ist seit einem Jahr CDU-Kreisvorsitzender und konnte mit der Rückeroberung des Kreishauses durch Jens Böther für die CDU den ersten Erfolg feiern. Der gebürtige Amelinghausener sitzt dort im Samtgemeinderat und im Kreistag. Beruflich hat Petersen, der einen Master-Abschluss in kommunalem Verwaltungsmanagement besitzt, zunächst im Lüneburger Rathaus gewirkt, bevor er vor knapp anderthalb Jahren Organisationssachbearbeiter der Samtgemeinde Bevensen-Ebstorf wurde.

„Alle erfüllen die Voraussetzungen“

Einzige Frau und einziges heimisches Gewächs in diesem Trio ist Urte Christina Schwaberau. Die 43-jährige Diplom-Sozialpädagogin ist eine erfahrene Bleckeder Kommunalpolitikerin. Sie ist Vorsitzende des Stadtrates und arbeitet beruflich beim Sozialen Dienst des Landkreises Herzogtum Lauenburg.

CDU-Ortsverbandschef Wilhelm Kastens freut sich über die große Auswahl. Und die kann auch noch größer werden. Bis zum 31. Juli können sich Interessierte bei ihm noch melden. Die aktuelle Bewerberlage kommentiert er neutral: „Alle erfüllen die von mir formulierten Voraussetzungen – wer für uns in Rennen geht, muss über ausreichend fachliche Qualifikation verfügen, in der Lage sein, unsere Stadtverwaltung zu führen und vom Alter her für zwei Wahlperiode zur Verfügung stehen können.“

„So transparent wie möglich“

Urte Christina Schwaberau. Foto: privat

Das weitere Verfahren will Kastens „so transparent wie möglich“ gestalten. Anfang August werden alle Bewerber bekannt gegeben. Am 16. August ist eine öffentliche Vorstellung der Kandidatin und Kandidaten ab 19 Uhr im Bleckeder Haus anberaumt.

13 Tage später, am 29. August, findet dann um 19 Uhr auf einer außerordentlichen Mitgliederversammlung im Restaurant Waldfrieden die Urwahl der CDU statt – jedes Mitglied der Bleckeder Christdemokraten hat dann eine Stimme. Das Verfahren folgt dem Vorbild der Landratskandidatenkür bei der CDU, mit der die Kreispartei über Parteigrenzen hinweg Anerkennung für ihr Verfahren bekommen hat und zahlreiche Mitglieder mobilisieren konnte.

Zur Vorstellung der CDU-Kandidaten will Wilhelm Kastens auch die Vertreter anderer Parteien einladen. Bislang sei über mögliche Kooperationen noch nicht näher gesprochen worden. Der Chef des CDU-Ortsverbandes kann sie sich jedoch durchaus vorstellen.

Von Marc Rath

So sieht es bei den anderen aus

Zwei, drei oder mehr Kandidaten?

Aller guten Dinge sind drei, sagt sich Martin Gödecke und bestätigt auf LZ-Anfrage: „Ich erwäge ernsthaft eine Kandidatur.“ Der 57-jährige Ratsherr der Unabhängigen Wählergemeinschaft Bleckede (UWB) war bereits 2006 und 2014 angetreten. Zuletzt holte Gödecke gegen Jens Böther 39,2 Prozent. Derzeit stimme er alle Modalitäten ab. „In zwei Wochen weiß ich definitiv, was Sache ist“, kündigt er an. Eines stehe für ihn indes fest: Er sieht sich als unabhängiger Einzelbewerber – „als Bürgermeister muss man neutral im Amt und nicht einer Gruppe verpflichtet sein“.

Noch nichts Spruchreifes gibt es bei der SPD. Fraktionsvorsitzende Anja Hinners sagt auf Nachfrage, dass bei den Sozialdemokraten die Kandidatenfrage „noch im Werden“ sei. Ob es jemanden aus den eigenen Reihen, einen Parteilosen oder eine Zusammenarbeit mit anderen politischen Kräften geben könnte – „dazu lässt sich jetzt noch nichts sagen“.

Auch die Grünen sondieren derzeit noch. „Möglicherweise wird es am 22. August eine Auftaktveranstaltung geben“, kündigt ihr Fraktionschef Christoph Soetebeer an. In der Bleckeder Stadtpolitik wird von einer von Grünen, SPD und Unabhängigen getragenen Bewerbung gemunkelt. Soetebeer bestätigt der LZ entsprechende Gespräche. mr