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Der Rohbau der Arena kann bald fortgesetzt werden. Noch nicht abschließend gelöst ist das Stellplatz-Problem. Foto: be

Arena in Lüneburg, Parken in Scharnebeck

Lüneburg. 272 Parkplätze direkt auf dem Gelände bei bis zu 3500 Besuchern. Diese Rechnung für die Arena Lüneburger Land kann nicht aufgehen. Nach einem Erlass müssten zumindest 700 Stellplätze für den Arena-Betrieb nachgewiesen werden. Die Suche nach weiteren Stellplatzmöglichkeiten beschäftigt die Verantwortlichen beim Kreis schon seit der ersten Erteilung der Baugenehmigung der Arena durch die Stadt Lüneburg. Das war im April 2017. Ein fertiges Konzept, um das Problem zu lösen, fehlt bis heute. Umso mehr erwarteten auch die Mitglieder des Kreistags mit Spannung die Ergebnisse der verkehrstechnischen Untersuchung, die immer wieder verschoben wurden. Jetzt liegt das Gutachten der Kreisverwaltung vor. Am Dienstag wurden die Ergebnisse erstmals öffentlich vorgestellt bei einer Sondersitzung des Hochbauausschusses des Kreistags.

Lüneburgs Landrat Manfred Nahrstedt (SPD) trug mündlich die seiner Ansicht nach wichtigsten Punkte des Verkehrsgutachtens den Ausschussmitgliedern im Sitzungssaal der Kreisverwaltung vor. Dabei ging es zum einen um die Lösung der Parkplatzsituation mit Hilfe von Shuttleverkehren und zum anderen um die Verkehrsbelastung der sogenannten Media-Markt-Kreuzung im Zuge der B209 zwischen Lüneburg und Adendorf.

„Keine unlösbaren Probleme“

Laut Nahrstedt sowie des Ausschussvorsitzenden Hans-Georg Führinger (CDU) sieht der Gutachter Thomas Müller von der Ingenieurgemeinschaft Dr.-Ing. Schubert „keine unlösbaren Probleme“, die einem Weiterbau der Arena entgegenstünden.

Um die fehlenden Stellplatz-Kapazitäten auf dem Arena-Gelände auszugleichen, sollen externe Parkplätze mit Shuttle-Bussen angebunden werden. Die Idee ist nicht neu, nur die infrage­kommenden Parkplätze liegen immer weiter entfernt. Früher hatten die Akteure das Parkhaus beim Filmpalast in den Blick genommen. Weil da meist aber Kinobesucher parken, mussten Alternativen her. Bei größeren Veranstaltungen von mehr als 1860 und bis zu 2500 Besuchern soll das Parkhaus am Bahnhof stärker eingebunden werden, inklusive Shuttle-Einsatz. Zudem plant der Arena-Betreiber laut Nahrstedt drei Veranstaltungen im Jahr mit mehr als 2500 Besuchern. In solchen Fällen sollen weitere Parkplätze über einen Shuttle-Verkehr erschlossen werden und zwar am Schulzentrum Scharnebeck sowie der Besucherparkplatz am Schiffshebewerk. Eine Steuerung könnte über eine Koppelung der Veranstaltungstickets mit den Parktickets erfolgen.

Parkplatz auf der anderen Seite der Ilmenau nicht mehr aktuell

Bei kleineren Veranstaltungen, unter 1860 Besucher, sollen die Parkplätze vor Ort reichen, sagte Nahrstedt. Mit den 100 Stellplätzen, die wohl Geschäftsmann Jürgen Sallier zur Verfügung stellen könnte, wären es rechnerisch 372 Plätze. Und „die Leute, die mit der Bahn kommen, sollen den ganz normalen Buslinienverkehr vom Bahnhof zur Arena nutzen“, sagte der Landrat. Offen blieb aber die Frage, wie die Besucher nach einer Abendveranstaltung zum Bahnhof zurückkommen sollen, wenn der Linienverkehr längst Feierabend hat.

Laut Kreisverwaltung ist indes die Idee, einen Parkplatz auf der anderen Seite der Ilmenau, gegenüber der Arena, einzurichten, wegen eines Eigentümerwechsels der Fläche nicht mehr aktuell. Aber die Idee, eine Fußgänger- und Radfahrerbrücke auf die andere Seite der Ilmenau zu bauen, hat der Verkehrsgutachter dennoch aufgenommen. Nicht um einen Parkplatz links der Ilmenau anzubinden, sondern den Treidelpfad, der als Rad- und Wanderweg zwischen Lüneburg und Bardowick verläuft. So soll die Anbindung vor allem für Radfahrer verbessert werden.

Erweiterung der Ampelanlage ist sinnvoll

Und was ist mit der Straßenkreuzung? Am Wochenende und am Abend sei das zusätzliche Verkehrsaufkommen durch den Arena-Betrieb am Knotenpunkt B209 zur Lüner Rennbahn unproblematisch, gab Nahrstedt den Gutachter wider.

Die Kreuzung käme aber zu Spitzenzeiten, an Werktagen zwischen 18 und 19 Uhr, an ihre Grenzen. Ein Ausbau sei möglich, auch eine Erweiterung der Ampelanlage sei sinnvoll. Tatsächlich schlage der Gutacher aber vor, die Situation zunächst ein Jahr lang zu beobachten, bevor weitere Maßnahmen ergriffen werden, sagte Nahrstedt. Ein konkreter Vorschlag sei, auf der B209, von Norden kommend, die Linksabbiegerspur nach Adendorf zur Geradeausspur zu machen, damit mehr Verkehr über die Kreuzung fließen kann. Hinrich Bonin (SPD) schlug vor, die ohnehin problematische Kreuzung aus der Kostenberechnung für die Arena herauszunehmen und andere Finanzierungstöpfe zu suchen. Michael Gaus (Grüne) regte an, die Stadt Lüneburg in die Pflicht zu nehmen.

Von Dennis Thomas

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