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Fertigteile aus Beton auf der Arena-Baustelle an der Lüner Rennbahn (Foto: t&w)

Arena-Prüfung belastet Lüneburgs Kreisspitze

Lüneburg. Noch in diesem Monat soll der Lüneburger Kreistag entscheiden, ob und wie es mit dem Bau der Sport- und Eventhalle „Arena Lüneburger Land“ weitergehen soll. Warum sich die geschätzten Kosten innerhalb von drei Jahren von rund 10 Millionen auf deutlich über 20 Millionen Euro mehr als verdoppelt haben, legt jetzt der Bericht des Rechnungsprüfungsamtes offen, der in dieser Woche fertig gestellt worden ist.

Das nichtöffentliche Dokument, das der LZ vorliegt, listet den Kreispolitikern detailliert auf, wo die Schwachstellen bei diesem Bauvorhaben liegen: „Von Beginn an (…) fehlte eine konkrete Festlegung des Leistungsumfanges und der daraus resultierenden technischen Anforderungen und Qualitäten für das Gebäude“, lautet das Fazit der Rechnungsprüfer.

„Umplanungen haben maßgeblich zur Verschärfung beigetragen.“ – Aus dem Prüfbericht

Viele Entscheidungen seien „unter Zeitdruck gefällt“ worden. „Spätestens mit dem Wechsel von einer Sport- zu einer Eventhalle im Zeitraum 2017/18 wäre „eine Unterbrechung sinnvoll gewesen“. Die „Umplanungen im laufenden Verfahren“ hätten „maßgeblich zur Verschärfung der Situation beigetragen“.

Die Prüfer zeichnen in einer Chronologie auch die Unstimmigkeiten zwischen einzelnen an der Planung Beteiligten nach. Deutlich wird, wie der lange Zeit als Projektkoordinator fungierende Erste Kreisrat Jürgen Krumböhmer (SPD) überfordert gewesen war. Die unzureichende Steuerung dürfte „zu zeitlichen Verzögerungen und Kostensteigerungen“ geführt haben, lautet die Schlussfolgerung. Krumböhmer habe sich aber in diesem Punkt keines Dienstvergehens schuldig gemacht, da er fachliche Unterstützung eingefordert habe, aber nicht erhalten hatte. Dieses Versäumnis lasten die Prüfer damit dem Landrat an, ohne Manfred Nahrstedt (SPD) klar zu benennen.

Krumböhmer wird in dem Bericht jedoch vorgehalten, mehrere Aufträge an Berater und Projektmanager in einem Volumen von fast 200 000 Euro nicht ordnungsgemäß ausgeschrieben und vergeben zu haben. Nach Einschätzung eines Fachanwaltes könne er hier disziplinarrechtlich zur Verantwortung gezogen werden.

Der Kreisausschuss berät die brisante Expertise am 19. August.

Von Marc Rath