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Brigitte und Arno Köhler Schwarzer Michel sind gerne und oft mit ihrer „Bleck Molly“ unterwegs, einer Harley-Davidson mit Beiwagen. Erst mit 53 Jahren hat der Bleckeder den Motorrad-Führerschein gemacht. (Foto: t&w)

Auf Tour mit der „Bleck Molly“

Bleckede. Arno und Brigitte Köhler Schwarzer Michel genießen es, wieder auf der heimischen Terrasse zu sitzen. Fünf Wochen waren sie unterwegs, mit dem Motorrad sind sie bis nach Istrien in Kroatien gefahren und planen bereits voller Abenteuerlust die nächste Reise. Für das Ehepaar war es die vierte große Tour mit ihrer „Bleck Molly“, die letzte führte die beiden nach Mallorca. „Viele Freunde fragen uns, ob wir denn verrückt seien, das in unserem Alter. Ich bin 75, mein Mann 70 Jahre alt. Ja, vielleicht sind wir verrückt, aber das ist es, was uns jung hält“, so Brigitte Köhler Schwarzer Michel. Erst mit 53 Jahren hatte ihr Mann seinen Motorradführerschein gemacht, nun versucht er jede Minute mit dem liebgewonnenen Hobby zu nutzen. „Ich war früher im Außendienst tätig, da kamen schon mal 150 000 Kilometer im Jahr auf der Straße zusammen, das hat mir gereicht“, sagt der Bleckeder schmunzelnd.

Eines Tages als er mit Freunden im Fährhaus bei einem Bier zusammen gesessen habe, sei ein älteres Ehepaar mit seinem Motorrad eingekehrt, „weil das Fleckchen so nett gewesen sei“. Für Köhler Schwarzer Michel ein Schlüsselerlebnis. „Ich dachte, da kannst du wie mit dem Fahrrad die Gegend erkunden, nur eben motorisiert. Das wollte ich auch.“ Das eigene Bike ließ nicht lange auf sich warten: Eine Harley-Davidson E Glide Classic, Baujahr 2003 mit 67 PS, zwei Zylindern und 1149 Kubikzentimetern Hubraum.

Ehefrau schläft im Beiwagen

Anfangs fühlte er sich unsicher auf der gewichtigen Maschine, heute weiß der 70-Jährige, dass seine „Bleck Molly“ nicht gerade ein Einsteigermodell ist. Seine Frau wollte gar nicht erst mitfahren. Bei dem Gedanken „dahinten mit draufzusitzen“, habe sie Bauchweh bekommen, erinnert sich Brigitte Köhler Schwarzer Michel. „Komm du erstmal selbst mit dem schweren Ding klar“, habe sie gedacht. Die Lösung sei schließlich ein Beiwagen gewesen. „Den findet meine Frau so gemütlich, dass sie regelmäßig einschläft. Und wer langsamer fährt, wird ja auch länger gesehen“, sagt Arno Köhler Schwarzer Michel lachend.

So wurde das Motorradfahren doch noch zur gemeinsamen Leidenschaft des Ehepaars. Sie schätzt es, dass man immer sofort Anschluss findet, Leute zum Gucken kommen und man schnell ins Gespräch kommt, „es macht einfach Spaß“, er sagt, man entdecke viel mehr als mit dem Auto, sei spontaner. „Wir fahren nur Landstraße, machen Abstecher dorthin, wo kein anderer hinfährt.“ Highlights der Kroatienreise: Ganz vorne mit dabei seien das Harley-Gespann-Treffen und eine Fahrt durch die österreichische Schneelandschaft in Obertauern.

Tagebucheinträge im Netz

Ans Alter denken die beiden nicht, wollen ihre Reisen so lange fortsetzen, wie sie können. Ihr Motto: Man soll nicht reden, man soll tun. Die Frage sei immer, was machen wir heute, nicht morgen. Große Freude haben die Eheleute auch daran, ihre Lieben an ihren Erlebnissen teilhaben zu lassen, an jedem Abend, wenn die Erinnerungen noch frisch sind, stellt Brigitte Köhler Schwarzer Michel einen Tagebucheintrag ins Netz, so dass die drei Kinder, acht Enkel, drei Urenkel und Freunde die Abenteuer der rüstigen Rentner live mitverfolgen können. Etliche Fotobücher der Reisen zieren ihre Regale. „Irgendwann können auch wir nicht mehr, dann bleiben uns diese wunderschönen, lebendigen Erinnerungen zum Rumblättern“, sagt Arno Köhler Schwarzer Michel nachdenklich.

Noch ist nach der Reise aber vor der Reise: Gerade grübeln die beiden, ob sie mit der „Bleck Molly“ als nächstes Korsika oder Schweden ansteuern sollen.

Von Lea Schulze