Donnerstag , 21. November 2019
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Sascha Wenzl (l.) ist Bardowicks Gemeindebrandmeister, als Stellvertreter steht ihm Frank Peter zur Seite. Foto: uk

Brandmeister vom Dienst

Bardowick. Es ist die größte Veränderung der vergangenen Jahre bei der Organisation des ehrenamtlichen Feuerwehrdienstes in der Samtgemeinde Bardowick: Künftig sollen sich 13 ehrenamtliche Führungskräfte aus den insgesamt acht Ortswehren den Bereitschaftsdienst teilen und gegebenenfalls die Einsatzleitung übernehmen, wenn die Bardowicker Retter zu Bränden in der Samtgemeinde oder schweren Autounfällen auf der A39 gerufen werden. Bislang lag diese Verantwortung vor allem auf den Schultern des Gemeindebrandmeister und seines Stellvertreters, die nun Unterstützung von einem Dutzend „Brandmeistern vom Dienst“ erhalten.

Auch ein eigenes Fahrzeug für die Einsatzleitung wird nun endlich angeschafft. In der Vergangenheit musste der Gemeindebrandmeister mit seinem Privat-Pkw zu den Unglücksorten eilen. Neben der Einführung des „Brandmeisters vom Dienst“ hatte vor Monaten zur Verstimmungen bei den ehrenamtlichen Brandschützern geführt bis schließlich Gemeindebrandmeister Sascha Melcher aus Radbruch vorzeitig sein Amt niederlegte. Seit Ende Juni ist nun sein bisheriger Stellvertreter Sascha Wenzl aus Handorf neuer oberster Brandschützer in der Samtgemeinde, der Bardowicker Frank Peter ist sein Stellvertreter. Unter ihrer Führung unternahm das Samtgemeindekommando gegenüber der Kommunalpolitik einen neuen Anlauf. Mit Erfolg.

Rechnungsprüfungsamt rügt Neuanschaffung

Einhellig begrüßte der Feuerschutz- und Ordnungsausschuss des Bardowicker Samtgemeinderats in dieser Woche die Einführung des „Brandmeisters vom Dienst“. Ratsherr Manfred Mundt (SPD) lobte das Engagement für die Neuaufstellung. Laut Wenzl solle der Führungsdienst unter den vom Samtgemeindekommando benannten Personen wöchentlich wechseln. Die „Brandmeister vom Dienst“ (BvD) sollen mindestens eine Zugführerausbildung vorweisen, sagte Arndt Conrad, allgemeiner Vertreter des Samtgemeindebürgermeisters. Der BvD solle bei Einsätzen eine beratende Funktion einnehmen und gegebenenfalls auch die Einsatzleitung übernehmen können. Damit auch im Führungsstab der Samtgemeindefeuerwehr alle drei Züge der Samtgemeindefeuerwehr vertreten sind, solle bald der Posten eines zweiten stellvertretenden Gemeindebrandmeisters geschaffen werden.

Neubeschaffung würde bis zu zwei Jahre dauern

Grünes Licht gab der Fachausschuss auch für die Anschaffung des ersehnten Kommandowagens. Frank Peter hat dafür bereits ein Vorführfahrzeug ausgemacht, das mit der zusätzlichen Ausstattung den Kostenrahmen von 20.000 Euro einhalten würde. Auch Peter betonte, dass deutlich gemacht werden müsse, dass der Diensthabende den Kommandowagen auch für private Zwecke nutzen dürfe, beispielsweise zum Einkaufen oder zum Brötchenholen. Schließlich könne nur so die sofortige Einsatzbereitschaft sichergestellt werden, hieß es.

Um eine schnelle Einsatzbereitschaft ging es auch Verwaltung und Politik, nachdem der Stützpunktfeuerwehr Mechtersen das rund 20 Jahre alte Hilfeleistungslöschfahrzeug (HLF) durch den TÜV gerasselt war, unter anderem wegen einer defekten Motorpumpe. Conrad sprach aus Sicht der Samtgemeindeverwaltung von einem „wirtschaftlichen Totalschaden“. Regulär würde eine Neubeschaffung bis zu zwei Jahre dauern. Unter dem Eindruck des großen Waldbrands kürzlich bei Lübtheen verständigten sich Verwaltung und Fraktionsspitzen per Rund-Mail auf eine schnelle Lösung. Laut Conrad wird nun ein Vorführfahrzeug angeschafft, das im November bereitstehen soll. Die Kosten belaufen sich auf mehr als 300.000 Euro. Das rügte nun das Rechnungsprüfungsamt, da das benötigte Fahrzeug nicht öffentlich ausgeschrieben wurde.

Von Dennis Thomas