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Die SPD im Kreistag hat sich positioniert: Die Arena Lüneburger Land soll weitergebaut werden. (Foto: be)

SPD setzt auf „Koalition der Vernünftigen“

Lüneburg. Als erste Kreistagsfraktion hat sich jetzt die SPD für den Arena-Weiterbau positioniert. „Wir stimmen dem Vorschlag der Verwaltung zu“, erklärte SPD-Fraktionschef Franz-Josef Kamp auf LZ-Nachfrage. Die mit 18 Mitgliedern größte Fraktion im 58-köpfigen Kreistag sieht im aktuell mit 23 Millionen Euro taxierten Weiterbau der Sport- und Eventhalle an der Lüner Rennbahn „die einzig vernünftige Lösung“. Eine Deckelung der Kosten auf 20 Millionen Euro ergäbe nur „eine teure Turnhalle“. Ein Abriss komme für die Sozialdemokraten schon gar nicht in Frage, berichtete er über das Ergebnis der Fraktionssitzung vom Mittwochabend.

Der SPD-Fraktionschef erwartet, dass es beim Sonderkreistag am 30. August eine deutliche Mehrheit einer „Koalition der Vernunft“ aus allen Fraktionen geben werde. Kamp rechnet mit etlichen Stimmen aus der CDU-Fraktion und sieht auch bei den Grünen Befürworter. Der von den neuen Projektsteuerern von Reese Baumanagement vorgelegte Plan für den Weiterbau ist in seinen Augen ohnehin „ein Kompromiss“. So werde bei Ausstattung, Technik und Umfeld gespart, zudem soll der Betreibervertrag nachverhandelt werden. So könnten auch „die Fehler beim Baumanagement in Teilen kompensiert werden“. Sie belaufen sich nach LZ-Informationen auf bis zu zwei Millionen Euro. Der SPD-Fraktionschef erwartet, dass der im Frühjahr avisierte Kostenrahmen von 25,7 Millionen Euro nicht ausgeschöpft werde.

Möglichen personellen Konsequenzen will Kamp nicht vorweggreifen, sondern zunächst die Beratung über den 63-seitigen Bericht des Rechnungsprüfungsamtes am nächsten Montag im nichtöffentlichen Kreisausschuss abwarten. Er betont, dass die Kreisspitze durch den Bericht in einzelnen Teilen – wie beim Betreibervertrag und einigen Verteuerungen – von bisherigen Vorwürfen entlastet werde. Die von den Prüfern festgestellten Verstöße des Ersten Kreisrates Jürgen Krumböhmer (SPD) gegen die Vergabeordnung (LZ berichtete) seien für ihn „schwierig zu bewerten“: „Hier sollten wir eine fachanwaltliche Stellungnahme einholen.“

Von Marc Rath