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Sie hat offene Ohren für die Schüler: Elfi Rahn ist als Schulsozialpädagogin neu am Gymnasium Oedeme. Foto: t&w

Oedeme in der Vorreiterrolle

Lüneburg. Wenn Schüler Probleme und Sorgen haben, sei es im Schulalltag oder auch zu Hause, sind Lehrer oft erste Ansprechpartner – auch am Gymnasium Oedeme. In Sachen Mobbing gibt es an der Schule zudem seit Jahren ein Interventionsteam. Zu Beginn des Schuljahres hat nun Elfi Rahn ihre Arbeit als Schulsozialpädagogin aufgenommen, die Schüler bei Konflikten und schwierigen Situationen sowohl im schulischen wie auch familiären Bereich beraten soll. Das ist ein Novum an Gymnasien. „Wir freuen uns, dass wir Teil eines Pilotprojektes sind und auf die Zusammenarbeit mit Frau Rahn“, sagt Schulleiter Stefan Schulz.

Sinneswandel durch den gesellschaftlichen Wandel

An Grund-, Haupt- und Oberschulen gibt es bereits seit Jahren schulsozialpädagogische Fachkräfte. Inzwischen sei man zu der Erkenntnis gelangt, dass auch an den Gynmasien ein Bedarf bestehe und das Angebot ausgeweitet werden solle, berichtet Schulz. Deshalb hätten zu Beginn dieses Schuljahres erstmals fünf Gymnasien in der Region zwischen Celle und Cuxhaven eine solche Kraft bekommen.

Gründe dafür seien unter anderem, dass sich die Schülerklientel geändert habe und es andere Familienkonstellationen gebe. Sind beide Elternteile zum Beispiel berufstätig oder handelt es sich um alleinerziehende Mütter oder Väter, kann es sein, dass nach der Schule ein passender Ansprechpartner für Sorgen und Nöte fehlt. Da sei es wichtig, dass die Schule entsprechende Angebote macht, damit Kinder ihre Probleme besprechen können.

Hinzu komme, dass Schule den Mittelpunkt im Lebensalltag der Kids bildet. Der Erziehungsauftrag hat damit massiv zugenommen, sagt Stefan Schulz. Das impliziert: Die Kinder und Jugendlichen brauchen individuelle Unterstützung, Hilfe in schwierigen Situationen oder wenn hohe Erwartungen auf ihnen lasten. Elfi Rahn ist dabei für Schüler da, aber auch zur Beratung des Elternkollegiums sowie der Eltern. Gegebenfalls knüpft sie auch Kontakte zum Jugendamt oder zu Therapeuten.

Es gibt erstmals eine Kompetenzanalyse

Erfahrungen bringt die 35 Jahre alte Diplom-Sozialpädagogin, die ihr Studium an der Leuphana absolviert hat, aus ihrer vorherigen Tätigkeit an einer Hamburger Stadtteilschule mit. Von dort weiß sie, wie wichtig der Austausch mit schulsozialpädagogischen Fachkräften an anderen Schulformen ist, den sie auch in Lüneburg anstrebt.

Ein großer Arbeitsbereich wird für sie auch die Berufsorientierung von Schülern des Oedemer Gymnasiums sein. In diesem Jahr gibt es erstmals eine Kompetenzanalyse, um zu ermitteln, welchen Berufsweg der einzelne Schüler einschlagen könnte. „Danach geht es ins Gespräch, um zu besprechen, welche Möglichkeiten und welche Alternativen es gibt“, verdeutlicht Rahn.

In einem ersten Schritt soll nun ein umfangreiches Konzept für die Tätigkeit der neuen Fachkraft erarbeitet werden. Gleichzeitig geht es auf Kennlern-Tour durch die Klassen.

Von Antje Schäfer