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So soll das neue Feuerwehrhaus in Erbstorf aussehen. Grafik: Architekt Sven Klobe

Alle Wünsche erfüllt

Adendorf. Die Liste an Wünschen, die der Ausschuss für Feuer- und Katastrophenschutz Architekt Sven Klobe mit auf den Weg gab, war übersichtlich: Zu intensiv hatte der Arbeitskreis aus Verwaltung, Politik und Brandschützern im Vorfeld gewirkt, hatte den Großteil der Anforderungen an das neue Erbs­torfer Feuerwehrhaus in die Pläne einfließen lassen, sodass kaum noch Wünsche übrigblieben. Nur eines war nicht nur Sitzungsleiter Gunther Freiherr von Mirbach (CDU) wichtig: Bis September sollen die genauen Kosten vorliegen.

Architekt schätzt Kosten für Neubau auf 1,9 Millionen Euro

Gemeinsam mit dem Ausschuss für Umwelt, Ortsentwicklung und Bauen hatten die Fraktionsvertreter getagt, wollten das Konzept für das moderne Gebäude auch den Kollegen präsentieren – und die waren von den Vorschlägen angetan: Hans-Dieter Wilhus (ABAE) beispielsweise nannte den Entwurf „sehr gelungen“, lobte, wie viele andere auch ,die zeitnahe Einbindung der verschiedenen Funktionsträger, damit am Ende an deren Bedarf nicht vorbeigeplant werde. Im kommenden Frühjahr, so der derzeitige Stand, soll mit dem Bau begonnen werden.

Bis dahin hat besonders Klobe noch einiges zu tun: Gemeinsam mit Adendorfs Ordnungsamtsleiterin Sandra Eddelbüttel hatte er den Ausschussmitgliedern die Pläne präsentiert – und die Kosten dargelegt: Mit rund 1,9 Millionen Euro wird das neue Feuerwehrhaus, das nicht nur für den Brandschutz, sondern gleichermaßen auch für die Ortsentwicklung von Bedeutung ist, zu Buche schlagen. Reine Schätzung. Der Auftrag der Politik soll nun Planungssicherheit bringen: Bis September will der Architekt die Angebote der einzelnen Gewerke eingeholt haben, damit diese dann während der nächsten Gremiumssitzung vorliegen.

Es wird aus zwei Bereichen bestehen

Der Neubau war notwendig geworden, da das alte Gebäude nicht nur marode und zu klein geworden war, sondern die Anforderungen an die modernen Löschfahrzeuge nicht mehr erfüllen konnte. Von einer Umgestaltung des bestehenden Objektes war im Vorfeld Abstand genommen worden: „Das wäre nicht sinnvoll und auch nicht günstiger geworden“, so Klobe.

Das geplante Feuerwehrhaus wird aus zwei Bereichen bestehen: Einem für die Fahrzeuge mit fünf Stellplätzen, wobei einer davon als Lager genutzt werde, sowie einem weiteren mit Umkleiden, einem Sanitär- und Bürobereich, Küche sowie einem großzügigen Aufenthaltsraum. Hier, so die Vorstellung aller Beteiligten, können auch Feste gefeiert und Wahlen abgehalten werden. Der TuS Erbstorf hatte bereits sein Interesse bekundet, das neue Gebäude nutzen zu wollen.

Kombination aus Metall und Klinker

Die Außenfassade ist in einer Kombination aus Metall und Klinker gestaltet, soll den Charakter des Dorfes aufnehmen. Ein Pultdach sorgt für Licht in der Halle – bietet durch den Einzug einer Galerie aber auch noch zusätzlichen Stauraum. Da der Neubau eine größere Dimension als das bestehende Gebäude hat, wird der Spielplatz in Richtung Straße versetzt, die Boulebahn an ihrem Standort aber belassen. Sandra Eddelbüttel erklärt: „Zudem werden wir den Baumbestand erhalten und den Außenbereich nur wenig versiegeln.“ Rasengittersteine sollen dort zum Einsatz kommen.

Insgesamt wird die Halle für die Fahrzeuge nebst Werkstatt und Lager 367 Quadratmeter umfassen, der sonstige Bereich 412 Quadratmeter messen, dazu kommen noch jeweils 100 Quadratmeter Stauraum auf der Galerie. Ein weiterer Bereich – so der Wunsch der Ausschussmitglieder – soll in der zweiten Ebene als Lagerplatz genutzt werden können, was sich für Klobe unproblematisch darstellte.

Bau einer Photovoltaikanlage soll noch geprüft werden

Geprüft werden muss hingegen der Einsatz einer Photovoltaikanlage, wie von Markus Graff (Die Linke) angeregt. Kolbe dazu: „Ich bin nicht sicher, ob das so viel Sinn macht, da das Gebäude ja immer lange leer steht.“ Er werde die Kosten und den Nutzen aber überprüfen. Grundsätzlich, so die Planung, soll der Hallenbereich temperiert, aber nicht voll beheizt werden. Möglicherweise könne die vorhandene, relativ neue Anlage aus dem bestehenden Gebäude für das neue Fahrzeughaus verwendet werden. Das gelte in Teilen auch für Küche und Absauganlage.

In die Pläne mit aufgenommen werden sollen auf Anregung von Graff auch die Vorrichtung für eine mögliche Ladestation für E-Autos sowie nach Vorschlag von Manfred Sören Schierholz (SPD) eine Zisterne für die Bewässerung des Außenbereichs.

Von Ute Lühr