Donnerstag , 21. November 2019
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Die „Schmale Aue“ bei Sudermühlen nahe Egestorf fließt von Süden her in die Nordheide. Die Auenlandschaft rund um den Ort ist der Geheimtipp von Heidekutscherin Britta Alpers. (Foto: phs)

Die Geheimtipps der Experten

Wilsede/Schwindebeck. Die Heideblüte hat begonnen – in diesem Jahr in der Nordheide sogar früher als in der Südheide, die Saison ist bereits in vollem Gange. Tagtäglich sind die zertifizierten Landschafts-Guides mit Kleingruppen in der Lüneburger Heide unterwegs. Auf ihren Touren erleben die Gäste aus Nah und Fern hautnah die landschaftliche Vielfalt des sensiblen Ökosystems mit Wald-, Moor- und Heidelandschaft sowie den Lebensraum selten gewordener Tierarten.

Die Lüneburger Heide mit dem 23 440 Hektar großen, autofreien Naturschutzgebiet und den zwei Naturparken ist eine gefragte Destination für Naturliebhaber. Mithilfe der Landschaftsführerinnen und Landschaftsführer will die Region das Bewusstsein für die Natur fördern.

Ein Angebot, das ankommt, das zeigt die große Nachfrage. Allein in diesem Jahr wurden zusätzlich 21 Gästeführer zertifiziert, die auf bekannten und weniger bekannten Wegen von den erstaunlichen Naturwundern in der Lüneburger Heide erzählen. Doch an welche Orte zieht es die Guides am Feierabend? Was sind ihre Lieblingsplätze in der Heide? Fünf von ihnen haben ihre Geheimtipps verraten.

„Steingrund“

„Mein Lieblingsplatz in der Lüneburger Heide ist der ‚Steingrund‘, im autofreien Naturschutzgebiet unweit des Heidedorfs Wilsede“, sagt Jan Brockmann, Heide-Ranger, Biologe und Buchautor aus Bispingen. „Eine Landschaft wie eine Zeitreise, ein Tal geprägt von zahlreichen steinernen Findlingen, Relikte aus der Eiszeit. Umgeben von lila Heideflächen und alten Wacholdern. Mystisch und surreal. Am liebsten sitze ich am Hang auf einer Bank neben alten knorrigen Eichen, genieße die würzige Waldluft und den fantastischen Blick“.

Sudermühlen

„Ein echter Geheimtipp ist für mich die Auenlandschaft Sudermühlen in der Gemeinde Egestorf“, sagt Britta Alpers, Pferdewirtin und Heidekutscherin in dritter Generation aus Döhle. „Ein Bilderbuchpanorama mit großen Eichen, malerischen Bauernhofanlagen im norddeutschen Fachwerk und altem Mühlrad, das sich gleichmäßig dreht und das Wasser beruhigend plätschern lässt. Abends reite ich oft mit den Pferden dorthin, die sich dort genussvoll im Heidebach und im Ententeich abkühlen und mich gleich mit vollspritzen“.

Lopautal

Marion Putensen, Kräuterfachwirtin und zertifizierte Natur-und Landschaftsführerin aus Munster sagt: „Ich liebe die Mischung aus Heide, Wasser und Wäldern, die man besonders beeindruckend im Lopautal nahe Munster findet. Dort entspanne ich mich gerne nach der Arbeit. Ich spaziere durch die grünen Erlenbruchwälder und schwimme anschließend im glasklaren Wasser des Heideflusses Lopau. Es ist eine fast unberührte Natur. Mit etwas Glück kann man Eisvögel, Fledermäuse oder Fischotter beobachten“.

Schwindebecker Heide

„Mein derzeitiger Favorit ist die Schwindebecker Heide, nahe des Örtchens Schwindebeck. Dort gehe ich abends gerne mit meiner Frau spazieren“, verrät Wolfgang S. Koltermann, zertifizierter Gästeführer aus Amelinghausen. „Der Rundweg dauert etwa eineinhalb Stunden. Vom Feldherrenhügel genießen wir den 360 Grad-Blick in die Heidelandschaft. Wir sind dort fast allein, fernab von Autos und Straßenlärm. Nur Vogelgezwitscher und Insektensummen sind zu hören. Für uns ist das Erholung pur.“

Örtze

Gabriele Link, zertifizierte Natur- und Landschaftsführerin aus Sülze zieht es in ihrer Freizeit zum Heidefluss Örtze: „Vom Parkplatz in Eversen in der Südheide sind es zu Fuß nicht mehr als 15 Minuten und ich gelange an die Uferstelle ,Am Wieh‘. Flößer haben dort über Jahrhunderte ihre Flöße für den Transport von Holz zusammengebunden. An dieser flachen Stelle gelangt man über weichen, sandigen Waldboden mühelos ins Wasser und kann die Füße darin baden. Die Örtze ist so sauber, dass bedenkenlos in ihr geschwommen werden kann. An heißen Tagen ist das kühle Wasser eine willkommene Erfrischung. lz