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Stein des Anstoßes: Die Grünfläche Auf den Sandbergen nahe dem KVG-Gelände, seit einigen Jahren immer wieder mal Thema in der Lüneburger Politik, wurde einfach umgepflügt. Foto: privat

Empörung über einen neuen Acker

Lüneburg. Eine Grünfläche „Auf den Sandbergen“ ist jetzt am helllichten Tag einfach umgepflügt worden. Empört darüber ist Ulrich Blanck, Fraktionsvorsitzender der Grünen im Lüneburger Rat. Er vermutet, dass mit der „Zerstörung“ Fakten geschaffen wurden, die eine Auseinandersetzung über den ökologischen Wert der Fläche beendet haben. „Wir bereiten nun eine offizielle Anfrage an die Verwaltung vor, um die Hintergründe für diese Aktion aufzuklären. Seitens der Verwaltung ist zu prüfen, ob gegen die Vorschriften des besonderen Artenschutzes nach Paragraf 44 des Bundesnaturschutzgesetzes verstoßen wurde und ein Biodiversitätsschaden im Sinne des Umweltschadensgesetzes vorliegt.“

Bebauung war immer mal wieder ein Thema

Seit vier Jahren gibt es im Stadtrat ein Tauziehen darum, ob die Fläche zwischen dem KVG-Gelände und dem Wohngebiet „In den Kämpen“ bebaut werden kann oder geschützt werden muss (LZ berichtete). Die Bürgerinitiative Grünfläche Lüneburg macht sich für den Erhalt der Grünfläche als ökologisch wertvolles Naherholungsgebiet und für die „Bewahrung der biologischen Vielfalt“ stark.

Blanck weist darauf hin, dass die nun umgepflügte Fläche im Bebauungsplan als Maßnahme zum Schutz, zur Pflege und Entwicklung von Natur und Landschaft festgesetzt ist. „Sie liegt zwischen zwei Gebieten, die eine sehr hohe Bedeutung für den Biotopschutz aufweisen und grenzt westlich zugleich an ein Gebiet mit hoher Bedeutung für den Tier- und Pflanzenartenschutz. Dadurch stellt sie ein wichtiges Verbindungselement dar.“

Unglaublich viel Natur

Der Politiker war von Anwohnern informiert worden. „Es ist unglaublich viel Natur und damit Lebensraum für zahlreiche Tiere im Handstreich vernichtet worden“, sagt er. Außerdem sei der politischen Auseinandersetzung um den ökologischen Wert der Fläche sozusagen der Boden entzogen worden. „Es ist mir gänzlich unerklärlich, was das hier soll und wer es veranlasst hat. Ich habe sofort mit Oberbürgermeister Ulrich Mädge telefoniert. Auch ihm war diese Aktion nicht bekannt.“

Das bestätigt Stadtpressesprecherin Ann-Kristin Jenckel: „Wir haben davon nichts gewusst, wurden vom Eigentümer auch nicht vorab gefragt oder informiert.“ Inzwischen seien Mitarbeiter der Stadtverwaltung vor Ort gewesen. Gemeinsam mit der Unteren Naturschutzbehörde des Landkreises werde nun geprüft, ob hier ein Verstoß vorliegt. „Wir haben vom Eigentümer auf unsere Anfrage nach Klärung bislang keine Rückmeldung und werden ein Anhörungsverfahren einleiten“, kündigt Jenckel an. as