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Gehen mit einem Webportal für Schüler an den Start: Michael Hein (links) und Kai Subel. Foto: t&w

Smart durch den Schulalltag

Lüneburg. Per App den Schulalltag managen und sich ganz nebenbei den Traumjob für später sichern? Das muss doch möglich sein, denken sich zwei Lüneburger und setzen alles auf eine Karte: Sie investieren ihr Erspartes und wagen den Schritt in die Selbstständigkeit: Unter dem Namen berry2b wollen sie nun durchstarten.

„Als ich eines Tages auf dem Weg zur Arbeit ein Plakat sah, auf dem ein Unternehmen um Nachwuchs warb, fühlte ich mich an meine Schulzeit zurückerinnert, aber auch daran, wie schwer es oft für Arbeitgeber ist, Schüler zu erreichen“, erzählt Kai Subel, Geschäftsführer des jungen Lüneburger Start-ups. Aus einem vagen Gedanken wird schnell eine konkrete Idee. Im August 2017 erstellt der 33-jährige Wirtschaftsinformatiker einen Businessplan, startet eine Marktrecherche. Mit Softwareentwickler Michael Hein (31), einem guten Freund aus Kindheitstagen, lässt Kai Subel die Idee eines Portals, das Schüler und Unternehmen zusammenbringt, Wirklichkeit werden. Immer mehr Zeit investieren die beiden Lüneburger in ihren Traum, vor und nach der Arbeit und am Wochenende. In jeder freien Minute tüfteln sie an der Realisierung ihres Start-ups. Sie gehen in die Schulen, kommen dort mit Jugendlichen ins Gespräch und bewerben sich erfolgreich um erste Förderungen. Auch die Wirtschaftsförderung Lüneburg nimmt das Start-up in ihr Programm „ElevatorLG“ auf, das Gründer in der Anfangsphase unterstützt. Kai Subel arbeitet zu dieser Zeit als Director Information- und IT-Services in einem Lüneburger Unternehmen, Michael Hein als Softwareentwickler in Hamburg. Im Frühjahr 2019 kündigen beide ihre Jobs und werden zu Gründern.

Entspannt den Alltag managen

„Wir wollten gemeinsam mit Schülern ein für Jugendliche kostenloses Webportal entwickeln, auf dem sie ihren Schulalltag entspannt managen können und Informationen für ihre berufliche Karriere erhalten“, sagt Subel. Alle Funktionen der App erstellen sie gemeinsam mit Jugendlichen aus Lüneburg und der Umgebung nach ihren schulischen Bedürfnissen. So können Schüler ihren individuellen Stundenplan erstellen und haben Termine, Aufgaben, Notendurchschnitt und Prüfungen jederzeit im Blick. So einfach geht‘s: Einer schreibt die Hausaufgaben auf und alle können sie sofort sehen. Über eine Kommentarfunktion tauschen sich die Schüler untereinander aus und haben auch die Möglichkeit, Bilder und Dateien einzustellen. Die Schüler bleiben komplett unter sich. Alle Daten werden sicher verschlüsselt.

„Unsere Plattform berry2b ist als Web-App entwickelt. Sie kann direkt über den Browser vom Handy oder PC genutzt werden, aber auch über unsere Internetseite als App installiert werden. Im App- oder Playstore findet man uns daher nicht“, erklärt Mitbegründer Michael Hein. Bislang unterstützen fünf regionale Schulen die Umsetzung. Der kontinuierliche Austausch steht im Mittelpunkt. Durch gegenseitigen Input entwickelt sich die App weiter: Nach dem Motto „Schüler werben Schüler“ möchten die Gründer jetzt nach den Sommerferien Schülern zusätzliche Anreize schaffen und bald auch kleine Spielefunktionen integrieren.

Einfacher Bewerber finden

Im nächsten Schritt sollen ab Oktober auch Unternehmen aus der Region die Möglichkeit bekommen, auf der Plattform passende junge Arbeitskräfte zu finden und Kontakte herzustellen, kündigen die beiden Lüneburger an. Umgekehrt können die Schüler ihren Wunscharbeitgeber vor Ort finden, Praktika und Ferienjobs suchen und ein eigenes, anonymisiertes Berufsprofil mit Fähigkeiten und Interessen anlegen. „Unser Ziel ist es, eine engere Verknüpfung zwischen Beruf und Bildung zu schaffen“, sagt Kai Subel.

Schüler können sich online unter www.berry2b.com registrieren und anmelden.

Von Melanie Jepsen