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Der hauptamtliche Gemeindedirektor David Abendroth (l.) und Samtgemeindebürgermeister Peter Rowohlt freuen sich auf die gemeinsame Zusammenarbeit. Foto: t&w

Aus vier mach eins

Melbeck. David Abendroth ist neuer und erster hauptamtlicher Gemeindedirektor in Deutsch Evern. Zudem wird er dieses Amt bald in den Gemeinden Barn­stedt, Melbe ck und Embsen innehaben. Das Novum: Mit Abendroth bekleidet erstmals im Landkreis Lüneburg ein Verwaltungsbeamter diesen Posten im Hauptamt.

Peter Rowohlt, Bürgermeister der Samtgemeinde Ilmenau, hat dafür eigens die Stabsstelle „Mitgliedsgemeinden“ geschaffen. Damit reagiert er auf die Aufforderung des Landkreises, eine Lösung für die „rechtswidrige Doppelvergütung“ – sprich Arbeitszeitausgleich und Aufwandsentschädigung für das Nebenamt – zu finden, er sagt aber auch: „Im Jahr 2019 ist es nicht mehr zu schaffen, ehrenamtlich Gemeindedirektor zu sein, mal eben nebenbei eine Gemeinde zu führen. Das ist so viel Verantwortung, man stößt mit den Kapazitäten an Grenzen.“

Für eine bessere Arbeitskonzentration sorgen

Tatsächlich sind die Aufgaben des Gemeindedirektors anspruchsvoll. Während der Bürgermeister vor allem repräsentativ tätig wird, vertritt er die Kommune rechtsgeschäftlich. „Wer kann das in seiner Freizeit noch leisten?“, fragt Rowohlt. Diese Zweigleisigkeit habe er beenden wollen, setzt daher nur noch einen Beamten als Gemeindedirektor für gleichzeitig mehrere Kommunen ein und will so für eine bessere Arbeitskonzentration sorgen. „Es reicht, wenn einer sich intensiv in ein Thema einarbeitet, das für alle vier Gemeinden gleich ist.“ Der Rathauschef verspricht sich Synergieeffekte, zum Beispiel bei den Kindertagesstätten, bei den Bauhöfen, bei der Umsetzung des Feuerwehrbedarfsplans, aber auch bei den Grundschulen.

In der Samtgemeinde ist man froh, so einen „alten Hasen“ wie David Abendroth für den Posten gewonnen zu haben. Abendroth ist gelernter Verwaltungsfachangestellter, machte in einem berufsbegleitenden Studium noch den Diplom-Verwaltungswirt.

Ein breites Aufgabenfeld

18 Jahre war er für die Samtgemeinde Amelinghausen tätig, zuletzt als Geschäftsbereichsleiter für zentrales Verwaltungsmanagement. „Ich bin ein kommunales Kind“, sagt er von sich selbst. „Mir macht es am meisten Spaß, auf kleinster kommunaler Ebene, an der Basis, für die Bürger tätig zu werden. Hier im Rathaus in Melbeck habe ich jetzt ein breites Aufgabenfeld, auf dem ich mich austoben kann“, freut sich Abendroth. Die Samtgemeinde Ilmenau habe für ihn schon immer eine besondere Dynamik gehabt. Und: „Der Zusammenhalt ist sehr familiär. Die hellen, freundlichen Räume im neuen Rathaus machen das Arbeiten natürlich besonders angenehm“, schwärmt er.

Von Lea Schulze

Jobwechsel

Von Amelinghausen nach Melbeck

David Abendroth war lange Zeit Fachdienstleiter bei der Samtgemeinde Amelinghausen. Neben diesem Hauptamt war er ehrenamtlich als Gemeindedirektor für verschiedene Mitgliedsgemeinden tätig, zuletzt bei der Gemeinde Oldendorf/Luhe. Diese Tätigkeit wurde ihm, wie auch anderen seiner Kollegen, mit einer Aufwandsentschädigung sowie Arbeitszeit vergolten. Diese Praxis hat die Kommunalaufsicht als rechtswidrig bemängelt. Daraufhin schaffte die Samtgemeinde Amelinghausen die Doppelvergütung ab und Abendroth gab sein Ehrenamt vorzeitig ab. Später bewarb er sich von der Samtgemeinde weg.