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Die Schröderstraße war lange Lüneburgs beliebteste Kneipenmeile. Dann schlossen einige Lokale, nun kündigt sich Belebung an. (Foto: t&w)

Die Schröderstraße wacht auf

Lüneburg. Sie war beliebte Gastromeile, doch im Moment wirkt die Schröderstraße an manchen Stellen eher schäbig. Das soll sich in den kommenden Monaten ändern: Neue Wirte ziehen an den 102 Meter langen Straßenzug, auch An der Münze tut sich etwas.

Seit Jahren stehen das alte News und das Toro leer, beide werden nun von den Gastronomen vom Salon Hansen übernommen. „Wir eröffnen ein Restaurant“, sagt Sven Maue. „Erste Arbeiten laufen, Ende des Jahres wollen wir fertig sein.“ Im Lokal soll es regionale Küche geben, dabei spielen Aspekte der viel gepriesenen Nachhaltigkeit eine Rolle. Konkret bedeutet es, dass beispielsweise Fleisch von artgerecht gehaltenen Tieren auf den Teller kommen soll.

Betreiber vom Salon Hansen übernehmen News und Toro

„Die Lage ist attraktiv“, sagt Maue. „Schade, dass es dort so nachgelassen hat. Wir hoffen, dazu beizutragen, die Straße wieder zu beleben.“ Die Räume bekommen ein neues Gesicht, eine neue Küche soll eingebaut werden. Die Pacht sei – wie anderswo in der Innenstadt – relativ hoch: „Aber wir glauben, das erwirtschaften zu können. Sonst würden wir es ja nicht machen.“ Zudem gebe es Unterstützung durch den Vermieter. Maue und seine Partner betreiben in Lüneburg bereits den Salon Hansen in der Altstadt, die Hausbar an der Rotehahnstraße sowie seit dem vergangenen Jahr Schröder‘s Garten an der Ilmenau.

Es gab viele Ankündigungen, dass ehemalige Mäxx zu reanimieren. Jetzt ist es tatsächlich soweit. „Wir führen intensive Verhandlungen“, sagt der Besitzer, der den Komplex vor einigen Monaten erworben hat. Der Lüneburger, dem diverse große Immobilien in der Stadt und darüber hinaus gehören, bleibt etwas vage, hält sich zum Betreiber bedeckt. Aber so viel stehe fest: „Wir werden in Kürze renovieren.“ Zum Jahreswechsel können voraussichtlich erste Gäste begrüßt werden.

Allerdings dürfte es mehr als ein Gerücht sein, dass unter den Interessenten die Familie ist, die das damals erfolgreichste Lokal der Stadt geführt hat. Das ist nicht nur aus der Nachbarschaft zu hören, die die Akteure von damals des öfteren vor Ort beobachtet hat.

Seitenwechsel: Aus der gegenüberliegenden alten Apotheke wird ein asiatisches Restaurant. Ende Juni habe man eine entsprechende Baugenehmigung erteilt, heißt es auf Nachfrage aus dem Rathaus. Andere Wirte erzählen, dass die künftigen Betreiber bereits mit Gaststätten in Lüneburg vertreten sind. Nebenan waren durch die Fenster Werkzeug zu sehen, aber keine Handwerker. Die Kneipe soll – es steht schon am Gebäude – den ans Herz gehenden Namen Zwei Lieben tragen. Craft-Beer und Pizza soll es geben.

Wechsel im Chandler‘s

Ein Stück weiter auf einen Kaffee zu Sven Dobosi. Der gibt zum Endes des Jahres das Chandler‘s An der Münze ab. „Nach mehr als 15 Jahren ist es Zeit für etwas Neues“, sagt er. Er übernimmt in Bad Bevensen das Café Meister. Das habe er gesehen und sich „sofort verliebt“. Ganz wichtig für ein Café ist guter Kuchen: „Meine Partnerin ist Konditormeisterin.“

An der Münze übernimmt Karen Blischke. Die 26-Jährige hat im Bremer Hof bei Familie Brakel gelernt, sie hat danach unter anderem Erfahrungen in Hamburg und Mannheim gesammelt, aktuell lebt sie in Rostock. Die Hotelfachfrau schwärmt fürs Chandler‘s: Schon mit ihren Eltern sei sie vor 15 Jahren dort hingegangen. Es sei für sie klar gewesen, den Laden zu übernehmen. Grundsätzlich wolle sie das Konzept übernehmen, aber es gebe auch Veränderungen. Es ist wird ein sanfter Übergang: „Im September fange ich bei Sven an und freue mich darauf, den Gästen etwas Gutes zu tun.“

Menschen und Märkte

Lüneburg plant schon die Weihnachtszeit

Die Weihnachtsstadt wird einen neuen Markt dazubekommen. Leon Dolle, Manager des Hotels Bergström und des Alten Kaufhauses, und der Schausteller Wilfied Voß junior wollen bereits Anfang November auf der Hotelterrasse und auf der Insel, auf dem sich das Spa befindet, Stände mit Getränken und Essen eröffnen. Das Motto: Winterzauber Rote Rosen. Klein und fein solle es werden, sind sich die beiden einig.

Am Alten Kran soll es zum dritten mal einen Markt geben. Die Betreiber hatten in der Vergangenheit mit dem Bergström kooperiert. Wie die Zusammenarbeit in diesem Jahr aussehen könne, müsse noch geklärt werden, sagt Dolle.

Der größte Weihnachtsmarkt beginnt Ende November vor dem Rathaus, eine Außenstelle entsteht auf dem Sand. Hier finden die Gäste Kunsthandwerk, Geschenkartikel, Karussells und Kulinarisches.

An der Schröderstraße scheint indes noch unklar zu sein, wer die Fläche hinter dem ehemaligen „News“ nutzen wird. Wilfried Voß hatte dort in den beiden vergangenen Jahren ein gastronomisches Angebot gemacht. Er kann sich vorstellen, auch dieses Mal Stände zu betreiben. Gleiches wollen allerdings auch die neue Wirte des Lokals. Da besteht Klärungsbedarf.

An der Heiligengeiststraße stellt der Wirt der Krone, Lutz Stoffregen, seinen Innenhof für einen Markt zur Verfügung. Anders als in der Vergangenheit will er diesen nicht selbst betreiben, sondern überlässt die Flächen dem Schausteller Matthias Mantau.

Von Carlo Eggeling