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Die Arbeitslosenquote August 2019 in den Landkreisen der Region. (Grafik: Agentur für Arbeit)

Stabiler Arbeitsmarkt, aber die Sorgen wachsen

Lüneburg. Die Sommerflaute und die zähe Integration Geflüchteter in den Arbeitsmarkt sorgten bei den Arbeitsämtern der Region im August für steigende Arbeitslosenzahlen: 14 924 Menschen hatten im Bezirk der Agentur für Arbeit Lüneburg-Uelzen keinen Job, 301 (2,1 Prozent) mehr als im Juli. Damit erhöhte sich die Arbeitslosenquote auf 4,9 Prozent, ein Plus von 0,1 Prozentpunkte gegenüber dem Juli 2019 und dem August 2018. Im Bund und im Land sind die Quoten höher: 5,1 Prozent sind es deutschlandweit (-0,1 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat) und 5,2 Prozent in Niedersachsen (-1,4 Prozent). Im Landkreis Lüneburg liegt die Quote bei 5,6 Prozent (+0,4 Prozent).

„Die verhaltenen Konjunkturprognosen wirken sich derzeit nicht direkt auf den regionalen Arbeitsmarkt aus“, betont Kerstin Kuechler-Kakoschke, Chefin der hiesigen Agentur für Arbeit. „Insbesondere die Arbeitskräftenachfrage hat in diesem Jahr nicht nachgelassen. Ein Zeichen, dass Fachkräfte nach wie vor gefragt sind und sich der Stellenmarkt in Teilen von konjunkturellen Impulsen entkoppelt hat.“

Gute Chancen auch für Langzeitarbeitslose

Ein Teilindikator ist die Zeitarbeit. In diesem Bereich wurden seit Jahresbeginn sieben Prozent weniger neue Stellen gemeldet, dies blieb allerdings ohne Auswirkungen auf den Gesamtindikator, denn die Arbeitskräftenachfrage lag über dem Vorjahresniveau. Insgesamt 9594 neue freie Stellen wurden seit Januar gemeldet– ein Plus von 4,3 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Im August waren mehr als 5800 freie Stellen im Bestand, fast 600 Stellen mehr als im Vorjahresmonat.

Die konstant hohe Arbeitskräftenachfrage in den vergangenen Jahren eröffne Beschäftigungschancen, auch Langzeitarbeitslosen, die Grundsicherung bei den Jobcentern beziehen. Aber: „Qualifikation wird künftig mehr denn je die Währung auf dem Arbeitsmarkt sein“, sagt Kuechler-Kakoschke. Die Bereitschaft, seine Kenntnisse anzupassen, helfe bei der Jobsuche.
Einer der Gründe für die Zunahme der Arbeitslosenzahlen im Vergleich zum Vorjahr ist laut Agentur im Fluchtkontext zu finden. Fast 200 Arbeitslose im Kontext mit Fluchtmigration waren im August gemeldet. „Insbesondere in den Landkreisen Lüneburg und Harburg haben Geflüchtete eine neue Heimat gefunden. Die Integration auf dem Arbeitsmarkt ist jedoch kein Sprint, sondern erfordert Ausdauer“, so die Agenturchefin.

Technologischer Wandel macht sich bemerkbar

Die allgemeinen Aussichten sind nicht rosig. Bundes- und landesweit gibt es Gründe zur Sorge: der Handelskrieg zwischen den USA und China sowie der Brexit. Dazu kommt die schwächelnde Autoindustrie und ihre Zulieferer. Hier macht sich die der technologische Wandel weg vom Verbrennungsmotor bemerkbar. Die Produktionszahlen gehen zurück.

Den kompletten Arbeitsmarktbericht hier.

Von Joachim Zießler