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So soll die Bardowicker Straße laut vorläufiger Planung aussehen: die Fahrbahn schmaler, die Gehwege breiter. (Grafik: Stadt Lüneburg)

Ein Boulevard zum Flanieren

Lüneburg. Die Bardowicker Straße soll in einem ersten Abschnitt im kommenden Jahr ein neues Gesicht bekommen. Zwischen Lüner Straße und Markt platz wird die Fahrbahn nach momentaner Planung nur gut knapp halb so breit sein. Im Gegenzug werden die Gehwege breiter und laden zum Flanieren auf dem Boulevard ein. Für Radfahrer soll die Straße künftig besser befahrbar sein. Details zu den Planungen für die Neugestaltung stellte Uta Hesebeck, Fachbereichsleiterin Straßen- und Ingenieurbau, im Bauausschuss vor.

Platten und Pflaster an einer der Einfallstraßen zur Innenstadt sorgen für Tristesse, auf den schmalen Gehwegen drängen sich zeitweise Fußgänger. Schwierig wird es für diejenigen, die mit Kinderwagen oder Rollator unterwegs sind. Das will die Stadt ändern.

Auch für Radfahrer soll es besser werden

Die Fahrbahn soll künftig eine Breite von 5,75 statt bisher 9,10 Meter haben. Der Gehweg entlang der Geschäfte bekommt eine Breite von 5 Metern, zur Seite des Landgerichts 3,80 Meter. Verlegt werden helle Boulevardplatten mit Kleinpflaster in Granitgrau hin zur Fahrbahn. Erhalten bleiben soll das ebenmäßige Pflaster auf der Fahrbahn, von einer besseren Verfugung sollen Radfahrer profitieren. In Abstimmung mit dem Behinderten- und dem Seniorenbeirat will die Stadt an der Bushaltestelle Taktile Elemente mit Metallnadeln setzen, die unter anderem Menschen mit Sehbehinderung den Weg weisen.

Die Bardowicker Straße, wie sie aktuell aussieht. (Foto: A/be)
Beim Thema Borde entfachte eine Diskussion: Wunsch des Arbeitskreises Lüneburger Altstadt (ALA) ist es, dass sie gemäß dem historischen Vorbild weiter etwa zwölf Zentimeter hoch sind. Das bekräftigte ALA-Chef Christian Burgdorff im Ausschuss, der die Planungen insgesamt lobte. Mit Blick auf den geplanten Boulevard-Charakter, den die Straße erhalten solle, müsse es aber eigentlich einen höhengleichen Ausbau geben, machte Uta Hesebeck deutlich. Als Kompromiss schlage die Verwaltung Borde mit vier Zentimetern Höhe vor.

Stefan Minks (SPD) gab zu bedenken, dass es für Rollstuhlfahrer schwierig sein könnte, diese Borde zu überwinden. Eberhard Manzke (CDU) sah darin eine Stolperkante. Hesebeck erläuterte, dass die vier Zentimeter mit dem Behindertenbeirat abgestimmt worden seien. Außerdem sei der gesamte Marktplatz damit eingefasst. Des Weiteren plant die Stadt Furten an mehreren Stellen. Ulrich Löb (Grüne) bezeichnete den Boulevard-Charakter als wichtig, um die Straße aufzuwerten. Er sprach sie aber grundsätzlich gegen Bordsteine aus, da diese gefährlich für Radler seien.

Lob für die Planung

Das Pflanzbeet in Höhe der Einfahrt zur Lüner Straße soll wegfallen, da die Gehwege mehr Platz einnehmen. Cornelius Schnabel, Mitglied des Lüneburger Citymanagements (LCM) und beratendes Mitglied des Ausschusses, hatte in einem Brief an die Verwaltung den Wunsch geäußert, dass es erhalten bleibt, um unter anderem im Dezember dort einen Weihnachtsbaum aufzustellen. Das unterstützte LCM-Chef Heiko Meyer (SPD-Fraktion), der gleichzeitig die „positive Planung“ lobte.

Im September wird die Bauverwaltung die Planungen im Verkehrsausschuss noch einmal vorstellen und eine Idee für den Weihnachtsbaum mitbringen. Anschließend geht es mit der beschlossenen Planung in eine Anwohnerversammlung. Ende des Jahres soll es in die Ausschreibung gehen. Geplanter Baubeginn: Frühjahr 2020, geplante Bauzeit: zirka vier Monate.

Von Antje Schäfer