Donnerstag , 21. November 2019
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Seit ihrem ersten Start beim Stoppelfeldrennen 2001 ist die Familie Pavilionis Dauergast in Oldendorf. Die Organisatoren Hendrik Rund (vorn, Mitte) und Thies Struve freuen sich darüber. (Foto: bau)

Ist die Frau schneller, droht der Abwasch

Oldendorf/Luhe. Motorsport-Fans in der Region haben den letzten Sonnabend im August seit Jahrzehnten im Kalender fest verankert. Dann steigt in Oldendorf/Luhe das vom Verein der Faslamsbrüder ausgerichtete Stoppelfeldrennen mit heißen Duellen in ausgeschlachteten Boliden. Am Sonnabend ab 9 Uhr ist es wieder so weit. Zu der Veranstaltung werden rund 100 Fahrer und viele 100 Besucher erwartet. „Wir haben einiges vor, freuen uns auf einen tollen Tag“, sagt Vereinsvorsitzender Hendrik Rund.

So wird erstmals als besonderer Höhepunkt ein „Super-Finale“ nach Abschluss aller Wertungsläufe unter den zwölf Fahrern mit den besten Zeiten ausgetragen. „Wer da als Erster durchs Ziel kommt, wird zum Master-Champion gekürt“, sagt Rund. Gemeinsam mit Stellvertreter Thies Struve hebt er die erneut große Unterstützung von etwa 50 freiwilligen Helfern aus dem Ort hervor. „Nur dadurch können wir das Rennen mit Rahmenprogramm für die gesamte Familie ausrichten.“

Viele Teilnehmer fahren im Jahr nur ein Rennen – das in Oldendorf. Dazu gehören auch die Brüder Maik und René Pavilionis, die in Adendorf bzw. in Brietlingen wohnen. 2001 haben sie ihre Premiere an der Luhe gefeiert. Damals gemeinsam als Doppelstarter in einem Opel Corsa A. Seitdem sind sie jährlich in Oldendorf – mittlerweile aber in ihren eigenen Fahrzeugen, stets in der Klasse bis 80 PS. „Die Veranstaltung ist einfach klasse, macht großen Spaß und ist super organisiert“, loben die Brüder.

Der erfolgreichere Fahrer ist Maik. Dreimal stand die „Nummer 223“ mit seinem VW Golf III bereits ganz oben auf dem Treppchen. Renés‘ beste Platzierung ist ein zweiter Rang. Für beide steht aber der Spaß am Fahren und am Schrauben im Vordergrund. „Das ist manchmal richtig cool, dieses Wrack nochmals zum Laufen zu bewegen“, sagt René Pavilionis lachend. 2018 schaffte er es nicht mehr, nach einem kapitalen Motorschaden seinen Opel Corsa B flott zu bekommen. Jetzt hofft er, dass der neue Motor hält. Den Ersatzmotor hat er sich über eine Kleinanzeige im Internet für schlanke 65 Euro besorgt.

Zum „Fahrerteam Pavilionis“ gehören aber auch Freund Björn Kämper, Stiefvater Reinhard Wegener sowie Renés Frau Maria. Sie setzt sich seit 2011 hinters Steuer, „kachelt“ seitdem gegen den eigenen Mann und den Schwager durch die Ackerfurchen. „René hat mich damals überredet, einfach mal mitzufahren“, sagt sie. Daraus ist auch bei ihr eine Leidenschaft geworden. Ihren Mann hat sie mit ihrem Opel Astra F sogar schon einmal besiegt. 2012 landete sie auf Platz 30, er wurde 32. „Wenn mir das wieder gelingen sollte, ist der Abwasch bei uns zu Hause endgültig geregelt“, sagt sie im Spaß.

Für alle ist der Tag an der Luhe mittlerweile zum großen Familien-Happening geworden. Denn auch die Kinder Paul (14) und Pablo (11) sowie Jake (9) sind mit an Bord. Sie helfen beim Schrauben an den Fahrzeugen. Derweil sorgt Großvater Peter Pavilionis für die richtige (Grill-)Ernährung und Getränke. Auch er ist als Fahrer im Einsatz – nach dem Renntag als Chauffeur nach Hause für seine Burschen.

Gefahren wird am Ortsausgang Oldendorf an der Straße Auf dem Rießel in Richtung Wohlenbüttel.

Hintergrund

Startplätze vergeben

Die abgeerntete Ackerfläche für die Veranstaltung mit Rundkurs, Fahrerlager und Besucherbereich bereit gestellt hat wieder Bürgermeister Jürgen Rund. Das Areal befindet am Ortsausgang Oldendorf an der Straße Auf dem Rießel in Richtung Wohlenbüttel. Ausgeschrieben sind erneut sechs Pkw-Klassen – Junior-Cup, bis 80 PS, über 80 PS, Heckantrieb, Allradantrieb und Spezialfahrzeug – sowie in eigenen, offenen Wettbewerben auch Motorräder und Quads. Die Zahl der PS-Akteure ist zum zweiten Mal nach 2018 auf rund 100 begrenzt. Die Plätze waren kurz nach Öffnung der Online-Anmeldung vergeben.

Von Marcel Baukloh