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Ortstermin im Freibad (v. r.): Bürgermeister Thomas Maack, Abgeordneter Victor Perli, Ratsmitglied Markus Graff, Schwimmmeister Melvin Diekjobst und Fachbereichsleiter Holger Schölzel. (Foto: be)

Adendorfer Freibad bleibt ohne Förderung

Adendorf. Im Durchschnitt 80 000 Besucher kommen in jedem Sommer ins Freibad Adendorf, sogar 134 000 waren es im Sommer 2018, in diesem Jahr sind es bis Ende August schon rund 90.000. Um die Anlage am Scharnebecker Weg auf Dauer instand zu halten, ist auch viel Geld nötig – umso ärgerlicher für die Gemeinde, dass sie beim vom Bund aufgelegten Förderprogramm „Sanierung Sport-, Jugend- und Kultureinrichtungen“ leer ausging.

Einen Bedarf in Höhe von etwa 2,78 Millionen hatte die Gemeindeverwaltung für das 45 Jahre alte Bad errechnet und eingereicht. Hätte der Adendorfer Antrag Erfolg gehabt, wären 55 Prozent der Sanierungssumme aus Bundesmitteln geflossen. Schwerpunkt der Sanierung wäre die Erneuerung des „Beckenkopfes“ gewesen, des Kantenbereichs des Beckens.

Fonds auf 200 Millionen Euro aufgestockt

Auf 100 Millionen Euro war das Bundesprogramm zunächst ausgelegt, wegen des großen Interesses wurde der Fonds dann auf 200 Millionen Euro aufgestockt. Aber auch dieser Betrag reichte nicht: Von 460 eingereichten Anträgen wurde am Ende gerade einmal ein Sechstel, also etwa 75, bewilligt. Adendorf war nicht dabei.

Ein Bild von der Lage im Freibad machte sich jetzt Victor Perli, für die Linke Mitglied im Bundestag und dort mit Sitz im Haushaltsausschuss. Mit Gemeinderatsmitglied Markus Graff (Linke) traf er sich dort mit Bürgermeister Thomas Maack (SPD), Fachbereichsleiter Holger Schölzel und Schwimmmeister Melvin Diekjobst.

„Sprudelnde Einnahmen“des Bundes

Klares Ziel der Linken sei es, so Perli, das ausgelaufene Programm 2020 neu aufzulegen. „Und wir wollen das Förderprogramm deutlich aufstocken, um den Stau an Bewerbungen abzubauen.“ Angesichts „sprudelnder Einnahmen“ des gerade gemeldeten Überschusses von 45,3 Milliarden Euro im Bund und günstiger Zinsen sollte das möglich sein, die Linke wolle das in die im September beginnende Haushaltsplanung einbringen. „Es kann doch nicht sein, dass der Bund für die Sanierung der „Gorch Fock“ mehr ausgibt als für die Sanierung von Schwimmbädern“, sagte Perli mit Blick auf die ursprüngliche Höhe des Fördertopfs und die Sanierung des Segelschulschiffs der Bundesmarine für 135 Millionen Euro.

Umfassende Sanierung nötig

Thomas Maack und Holger Schölzel erläuterten Perli die Bedeutung des Adendorfer Freibads nicht nur für die Gemeinde, sondern für die umliegende Region, aus der 55 Prozent der Badegäste kommen. Das Freibad sei nicht marode, aber eine umfassende Sanierung sei nötig, um es für die Zukunft fit zu erhalten.

Für die Sanierung des Freibads fährt Adendorf zweigleisig: Zum Einen hoffen die Verantwortlichen auf einen neuen Fördertopf und darauf, dass die Gemeinde dann zum Zuge kommt. In den Haushalt 2020 werden zum Anderen auch Planungskosten für einen Teil der Sanierung eingestellt, wenn diese allein geschultert werden muss.

Von Ingo Petersen