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Laterne
Durchgerostet: Der in die Jahre gekommene Laternenmast ist regelrecht abgeknickt. (Foto: t&w)

Laternen-Unfall im Kurpark hat politische Folgen

Lüneburg. Der Unfall im Kurpark ist nun auch ein Thema für die Politik. Die Linke meldet sich zu Wort. Wie berichtet, war am Dienstag vergangener Woche eine marode Laterne auf die neunjährige Jennifer gestürzt, das Mädchen hatte Glück im Unglück, es musste zwar ins Krankenhaus, wurde aber nur relativ leicht verletzt. Die Stadt hatte eingeräumt, dass sie die Laternen nicht ausreichend gewartet und kontrolliert hat. Begründung: Als die öffentlichen Laternen an die Luna GmbH veräußert wurden, habe man den Kurpark schlicht vergessen. Die Luna GmbH ist eine gemeinsame Tochter der Kommunalen Servicegesellschaft AGL und dem Energieversorger Avacon.

Michèl Pauly, Fraktionschef der Linken im Rat, hält den Verkauf für eine „gravierende politische Fehlentscheidung“, die zu dem Unglück beigetragen habe. Und weiter: „Wir werden dem bei der Verwaltung nachgehen. Probleme wie mangelhafte Vertragsschlüsse sind ein systematisches Problem bei Privatisierungen, egal ob bei Straßenlaternen oder dem Betrieb von Schulturnhallen. Wir fordern daher, alle Bereiche der öffentlichen Daseinsvorsorge vollständig unter öffentlicher Kontrolle zu halten. Wir werden im Rat anlässlich dieses Vorfalls die unverzügliche Rückübernahme der Straßenbeleuchtung einfordern.“

Jennifer war an einem heißen Sommertag mit ihren Mitschülern von der St.-Ursula-Schule in den Kurpark gegangen, zwei Klassen trieben dort Sport. Einige der Kinder sahen den Unfall mit an. Schulleiter Patrick Schnüttgen sagte gestern: „Wir haben das danach mehrfach zum Thema gemacht und mit den Schülern gesprochen.“ Ein Ziel: Niemand sollte künftig Angst haben, im Park zu spielen oder an Laternen vorbeizugehen. Die anderen Kinder hätten Anteil am Schicksal von Jennifer genommen und ihr beispielsweise Briefe geschrieben.

Schnüttgen sagt anerkennend in Richtung Rathaus: „Die Stadt hat gleich reagiert.“ Sie habe die anderen Laternen überprüft, kritische gesichert. Die Lehrer würden den Park auch künftig gern weiter nutzen. ca