Aktuell
Home | Lokales | Die Suche nach dem besten Standort für den Notfall
Rettungswagen
In Drage befindet sich die Außenstelle der Rettungswache Winsen seit Sommer 2013. Die Verlegung in das Zentrum der Samtgemeinde fordert jetzt die Gruppe FDP/Freiwähler im Kreistag. (Foto: be)

Die Suche nach dem besten Standort für den Notfall

Marschacht. Die Situation des Rettungswesens in der Samtgemeinde Elbmarsch ist ein Thema, das Politik, Verwaltung und Bürger seit vielen Jahren umtreibt. Seit Sommer 2013 gibt es immerhin eine Außenstelle der Rettungswache Winsen in Drage – ihr Nachteil: Der Weg in den östlichen Teil der Samtgemeinde, bis hin nach Avendorf, ist sehr lang. Die Gruppe FDP/Freie Wähler bringt nun einen schon einmal – erfolglos – gemachten Vorschlag auf den Tisch: Sie möchte den Standort des Rettungsfahrzeugs in das Gewerbegebiet Eichholz – in die Mitte der Samtgemeinde – verlegen.

Innerhalb von 15 Minuten am Einsatzort

Nach dem „Niedersächsischen Rettungsdienstgesetz“ müssen erste Rettungskräfte in 95 Prozent der Fälle innerhalb von 15 Minuten am Einsatzort sein. Das sei bei Einsatzfahrten von Drage aus in den Osten der Samtgemeinde, nach Bütlingen und Avendorf, bis zu 16 Kilometer von Drage entfernt, bestenfalls bei geringem Verkehrsaufkommen, möglich, erklärte die Gruppe.

„In Eichholz hat die Samtgemeinde bestimmt noch ein kleines Grundstück in Reserve, das zeitnah genutzt werden könnte.“ – Ulf Riek, Kommunalpolitiker

Ulf Riek, für die Gruppe im Kreistag, für die Freien Wähler im Samtgemeinderat Elbmarsch und Mitglied im Tesper Gemeinderat, ist sich bezüglich des Standorts Eichholz sicher: „In Eichholz hat die Samtgemeinde bestimmt noch ein kleines Grundstück in Reserve, das zeitnah genutzt werden könnte. Wäre dies der künftige Standort, kann jeder Ortsteil in der Samtgemeinde bequem innerhalb der 15 Minuten angefahren werden.“

Die Gruppe FDP/Freie Wähler hat auch noch einen Nebeneffekt entdeckt, denn es sei möglich, „einen großen Teil der Kreisstadt Winsen und auch einen kleinen Teil des Landkreises Lüneburg mit abzudecken“. Ein kurzer Weg wäre es etwa nach Barum, St. Dionys oder Artlenburg.

Nur geringe Zeitersparnis

Im Zuge der gerade laufenden Fortschreibung des Rettungsdienstbedarfsplans werde geprüft, ob die Verlegung des zur Zeit in Drage stationierten Rettungswagens nach Drennhausen möglich und sinnvoll ist, erklärt Bernhard Frosdorfer, Pressesprecher des Landkreises Harburg. Falle die Prüfung positiv aus, würde diese Maßnahme in den neuen Plan übernommen, der so schnell wie möglich erarbeitet und verabschiedet werden soll.

Diese Planung, die eine Verlegung des Fahrzeugs um 1,2 Kilometer in Richtung Osten, nach Drennhausen vorsieht, geht Ulf Riek aber nicht weit genug. Das sei nur ein Schritt in die richtige Richtung. Die Zeitersparnis, etwa bis nach Avendorf, betrage nur knappe eineinhalb Minuten. Riek: „Das würde uns nichts bringen.“

Unfallschwerpunkt B 404

Mit Rolf Roth (SPD), dem Bürgermeister der Samtgemeinde Elbmarsch, sei der Landkreis Harburg im Gespräch, sagt Landkreissprecher Frosdorfer. Roth sieht die Bemühungen, den Rettungswagen in das Zentrum der Samtgemeinde zu holen, zwar „grundsätzlich positiv“. Er sagt aber auch: „Ob denn nun der Standort Eichholz der richtige ist, kann ich nicht beurteilen“. Allerdings spräche auch die Nähe zum Unfallschwerpunkt Bundesstraße 404 und zur Elbbrücke, wo Baumaßnahmen bevorstehen, für den Standort.

Die Gruppe FDP/Freie Wähler im Harburger Kreistag will dranbleiben an ihrem Vorschlag, den Rettungsdienst in der Samtgemeinde Elbmarsch vom Standort Eichholz aus zu betreiben. Denn, so Ulf Riek: „Eigentlich sind wir alle einer Meinung: Unser Rettungsdienst ist dazu da, bei Unfällen und plötzlichen Erkrankungen zu helfen. Und zwar schnellstmöglich.“

Von Ingo Petersen