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Prävention
Mit entsprechenden Schutzmaßnahmen an der Wohnungstür können sich Menschen besser vor Einbrechern schützen. (Foto: Dan Race)

Gewappnet vor Gaunern

Lüneburg. Mit dem „Enkeltrick“ oder der Masche „falscher Beamter“ schaffen es Kriminelle immer wieder, insbesondere Senioren Geld abzuknöpfen. Wie man richtig reagiert, damit man nicht Opfer von Betrügern wird, dazu möchte das erste Lüneburger Präventionsforum am Mittwoch, 18. September, in der Ritterakademie informieren. In der Zeit von 14.30 bis 18 Uhr werden Fachleute von der Polizei außerdem zu den Themen Einbruchssicherung und Schutz vor Internet-Betrug informieren. Der Eintritt ist kostenfrei.

Veranstalter ist der Kriminalpräventionsrat (KPR) von Stadt und Landkreis Lüneburg, der sich seit 1997 gegen jede Form von Gewalt und für die Sicherheit aller Bürger engagiert. Mit dem öffentlichen Angebot betrete man Neuland, sagt die ehrenamtliche Geschäftsführerin Christiane Scholl.

Das subjektive Sicherheitsgefühl erhöhen

Menschen aller Altersgruppen sollen mit den drei Schwerpunktthemen angesprochen werden, jeder kann sich hier Tipps holen. „Natürlich kann man sich auch an die Polizei wenden, aber das ist für manchen eine Hürde. Die öffentliche Veranstaltung hingegen ist ein niedrigschwelliges Angebot.“

„Die Zahlen für die Region Lüneburg besagen, dass wir in einem sicheren Umfeld leben.“ – Kathrin Richter, Hauptkommissarin

Grundsätzlich gehe es darum, das subjektive Sicherheitsgefühl zu erhöhen und aufzuzeigen, wie jeder zum Selbstschutz vorbeugen kann. Kathrin Richter, Hauptkommissarin bei der Polizeiinspektion Lüneburg und Mitglied im dortigen Präventionsteam, macht in dem Zusammenhang aber auch deutlich: „Die Kriminalitätszahlen für die Region Lüneburg besagen, dass wir in einem sicheren Umfeld leben.

„Man kann Betrug vorbeugen, wenn man entsprechende Maßnahmen aufgezeigt bekommt.“ – Christiane Scholl, Kriminalpräventionsrat

Dennoch sind viele Menschen sehr verunsichert.“ Das liege unter anderem an den vielen Informationen rund um das Thema Kriminalität, die es heutzutage in den unterschiedlichen Medien gebe – durchaus auch mal hochgepuscht. Die Folge sei, dass mancher ein Gefühl der subjektiven Unsicherheit habe. Gleichwohl unterstreichen Kathrin Richter und Christiane Scholl: Jeder Fall, der passiert, sei einer zu viel. „Man kann Einbruch oder Betrug vorbeugen und verhindern, wenn man entsprechende Maßnahmen und Verhaltensweisen aufgezeigt bekommt.“

Einfach auflegen

Sascha Scheller vom Landeskriminalamt Niedersachsen stellt dazu unterschiedliche technische Möglichkeiten zur Einbruchssicherung vor. In der Ritterakademie liegt zudem Info-Material aus, unter anderem von Handwerksbetrieben, die für Einbruchsschutz zertifiziert sind. Kathrin Richter will Senioren ermutigen, sich sozusagen unfreundlich zu verhalten, wenn Anrufer am Telefon ihnen mit dem Enkeltrick Geld abluchsen wollen. „Einfach auflegen, denn die Täter sind rhetorisch äußerst geschickt und nutzen die Angst- und Stresssituation der älteren Menschen aus“, wird einer der Ratschläge im Rahmen ihres Vortrags sein.

Pierre Keßler, Computerspezialist bei der Lüneburger Polizei, berichtet ab zirka 17 Uhr, wie man sich erfolgreich vor Betrug im Internet schützen kann. Dabei geht es unter anderem um E-Mails mit Zahlungsforderungen für etwas, was man gar nicht in Anspruch genommen hat, sowie Inkasso-Schreiben und Passwort-Schutz.

Sollten darüber hinaus noch Fragen offen bleiben, kann man sich weiter von der Polizei beraten lassen.

Von Antje Schäfer