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Naturbad
Das Naturbad im Winsener Eckermann-Park wird eingezäunt. Das Angebot soll möglichst ganzjährig genutzt werden können. So wäre auch ein Saunabetrieb vorstellbar. (Grafik: Polyplan)

Naturbad stößt auf positives Echo

Winsen. Der Ausschuss für Kultur, Freizeit, Tourismus und Partnerschaften der Stadt Winsen hatte vor zwei Jahren einen Beteiligungsprozess angestoßen, bei dem Ideen für die Nutzung des Eckermann-Parkes gesammelt wurden. Diese Ideen zur Nachnutzung eines Teiles des ehemaligen Lan­des­garten­schaugeländes sind im vergangenen Jahr vorgestellt worden, ein besonderes Projekt geriet dabei in den Fokus: der Bau eines Naturbades. Das Ingenieurbüro für Energie und Umwelttechnik Polyplan untersuchte im Auftrag der Stadt das Vorhaben genauer. Den Ergebnissen lauschten jetzt die Kulturausschussmitglieder in einer außerplanmäßigen Sitzung im Rathaus.

So soll das neue Bad mit biologischer Wasseraufbereitung – zunächst mal ausgelegt auf 912 Besucher am Tag – geplant werden, auf Tagesbesucher abzielen, attraktiv für Jung und Alt sein, geringe Betriebskosten und einen minimalen manuellen Reinigungsaufwand verursachen sowie nach Möglichkeit spezielle Nutzungen für Freizeit und Wellness anbieten, um sich von umliegenden Bädern abzuheben. Die durchschnittliche Besucherzahl der Freibäder im Umkreis beträgt laut Planungsbüro 46 880 Badegäste pro Saison. Die Bäder nehmen einen Durchschnittseintrittspreis von 3,20 Euro pro Besucher und Tag.

Wasser soll 24 Grad warm sein

Das Naturbad platzieren die Planer nahe der Luhe zwischen den Lärmschutzwällen zur Hansestraße und zur Bahn. Die Wasserfläche ist mit 3560 Quadratmetern inklusive einer 25-Meter-Schwimmbahn berechnet, an der tiefsten Stelle wäre das Folienbecken drei Meter tief, eine Wassertemperatur von 24 Grad wird angepeilt. 1540 Quadratmeter Sandstrand sollen für ein besonderes Flair sorgen. Viel Liegefläche sehen die Planer vor.

Ein Grillplatz, ein Saunaangebot, ein Bouleplatz, aber auch eine Riesenrutsche, eine Kletterwand inklusive Sprungfelsen mitten im Wasser sowie Massagedüsen seien weitere Optionen, hieß es. Auch eine Nutzung des Naturbades in kalten Wintern als Schlittschuhbahn sei vorstellbar.

Das Raumkonzept fürs Eingangsgebäude beinhaltet Duschen, Toiletten, Umkleideräume und einen Kiosk. Parkplätze für Pkw sollen über die Hansestraße erreichbar sein. Die Planer setzen aber vor allem auf die fußläufige Anbindung, auf eine Busschleife für den öffentlichen Personennahverkehr und natürlich Besucher, die mit dem Fahrrad kommen. Auch sechs Wohnmobilstellplätze wären möglich. Die Baukosten für das Naturbad beziffern die Fachleute nach einem ersten Überschlag auf gut 2,8 Millionen Euro. Die Betriebskosten liegen, geht man von 30 000 Besuchern im Jahr aus, bei etwa 71 500 Euro, mit Personalkosten bei rund 235 000 Euro.

Keine Konkurrenz für das Freizeitbad

Bürgermeister André Wiese hält das Naturbad für die dringend notwendige „Ankernutzung“ im Eckermann-Park, an der sich alles andere ausrichten könne. Eine Konkurrenz zum Freizeitbad Die Insel sieht er nicht. Schul- und Vereinsschwimmen sowie die Freizeitnutzung werde man schon in Einklang bringen. Das Naturbad sei gut und finanzierbar, so der Bürgermeister.

Der Eckermann-Park sei ein Sorgenkind, räumte Ausschussmitglied Rudolf Meyer (CDU) ein. Und der Entwurf habe wirklich Charme. Mit ausreichend Substanz könne das was werden. So sieht das auch sein Parteikollege Steffen Behr: Er sei froh, solch eine Planung anschieben zu können. Es gebe in Winsen den Wunsch nach einem Freibad.

Von Sascha Neven