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An 21 Tagen hob der Feuerwehrflieger mit speziell ausgebildetem Personal an Bord im vergangenen Jahr vom Flugplatz Lüneburg ab. Foto: t&w

Ein Verlust an Sicherheit

Lüneburg. Vor allem die Mitglieder des Luftsportvereins Lüneburg sind von der Ende 2020 bevorstehenden Schließung des Lüneburger Flugplatzes betroffen, die der Stadtrat in der vergangenen Woche beschlossen hat. Aber auch der seit Jahrzehnten vom Platz startende Feuerwehrflieger ist dann für Lüneburg Geschichte. „Das wäre ein Verlust an Sicherheit für unsere Feuerwehren im Einsatz“ bedauert Kreisbrandmeister Torsten Hensel. „Die Feuerwehrflieger sind wichtiges Führungsmittel.“

Bei der Verbandsversammlung anlässlich des Kreisfeuerwehrtags am Sonnabend in Bleckede (Bericht folgt) war die Schließung des Flugplatzes ebenso Thema wie im Kreistagsausschuss für Feuer- und Katastrophenschutz am Donnerstag, 12. September (15 Uhr, Kreishaus), wo über die „Situation des Feuerwehr-Flugdienstes am Luftstützpunkt Lüneburg“ berichtet wird.

„Verschiedene Plätze im Blick“

Der Feuerwehrflugdienst, der vom Landesfeuerwehrverband finanziert wird, soll erhalten bleiben, deshalb sehen sich die Verantwortlichen auch nach Ersatzflugplätzen um, haben erste Gespräche geführt. „Wir haben verschiedene Plätze im Blick“, sagt Torsten Hensel. Celle sei dabei, Uelzen, Hodenhagen, Fassberg oder Rotenburg.

All diese Plätze haben aber einen entscheidenden Nachteil: Der Großteil unter den sieben Piloten, 26 Beobachtern und acht Förstern, die mit dem Flieger starten, lebt in den Landkreisen Lüneburg und Harburg. Muss es schnell gehen, etwa bei einem „Alarmstart“, sei der Weg für sie zum neuen Startplatz künftig zu weit. Im Einsatz gehören jeweils Pilot sowie je ein Vertreter der Feuerwehr und ein Mitarbeiter der Forst zur Crew.

Im letzten und in diesem Jahr, berichtet Torsten Hensel, habe der Feuerwehrflieger schon zweimal „Alarmstarts“ hinlegen müssen, als bei Bränden dringend Unterstützung benötigt wurde. In diesem Jahr fand der erste Einsatz am Ostermontag statt, als bei Vechta das Moor brannte, am Tag darauf musste die Crew erneut in aller Eile aufsteigen – Moorbrand bei Rotenburg.

„Große Waldbrandgefahr“

Und Lüneburg wurde in der Vergangenheit als Standort für den Feuerwehrflieger nicht zufällig ausgewählt: Auf der EU-Waldbrandkarte, so Hensel, seien die Landkreise Lüneburg, der Heidekreis und Uelzen in der Kategorie „mittlere Waldbrandgefahr“ aufgelistet, die Landkreise Lüchow-Dannenberg, Celle und Gifhorn sogar in der Kategorie „große Waldbrandgefahr“.

Gefordert ist der Feuerwehrflieger immer dann, wenn Waldbrandstufe fünf herrscht und die Polizeidirektion Lüneburg die rot-weiße Cessna zu Beobachtungsflügen anfordert. In diesem Jahr war das bisher drei Mal der Fall, im vergangenen Jahr hob der Flieger an 21 Tagen ab. 35 Brände arbeiteten die Männer im Cockpit ab, lotsten als „fliegendes Auge“ Feuerwehr-Fahrzeuge an die Einsatzstellen.

Zum Überwachungsgebiet des Lüneburger Feuerwehrfliegers gehören die Kreise Harburg, Lüneburg, Uelzen, Heidekreis und Lüchow-Dannenberg. Ein zweiter niedersächsischer Flieger ist in Hildesheim stationiert.

Von Ingo Petersen