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In ihrer Freizeit trifft man Merle Krause oft bei ihrem Pony Flóka. Foto: t&w

Ein Kindheitstraum wird wahr

Wittorf. Dass sie sich einmal um das Amt der Heidekönigin bewerben wird, stand für die 18-Jährige Merle Krause schon seit langer Zeit fest. „Mein Vater ist Mitglied im Sparclub und organisiert das Fest mit, ich wurde von klein auf eingespannt, zum Kuchenverkauf und was sonst so anfiel. Damals habe ich davon geträumt, selbst mal die Hauptattraktion des Festes zu sein“, erinnert sie sich schmunzelnd.

Das hat sie nun geschafft und damit einige ihrer Lieben überrascht – im positiven Sinne. „Meiner Familie habe ich vorher nichts von meiner Bewerbung erzählt, die haben es dann wie alle anderen erst Samstagabend erfahren und sich riesig gefreut.“

Werbung für das Heimatdorf

Ihre Freunde seien erstaunt gewesen, hätten nicht gedacht, dass sie sich trauen würde, ein Jahr lang so sehr im Mittelpunkt zu stehen, sagt Merle Krause. Denn eigentlich sei sie ein eher zurückhaltender Mensch. Gerade dieser Eindruck den andere von ihr haben, war für sie ein Grund zu kandidieren: „Ich verspreche mir von dem Amt, selbstbewusster zu werden.“ Außerdem möchte ich mehr von Norddeutschland sehen und Werbung für mein Heimatdorf machen. Wittorf ist nämlich nicht so langweilig, wie manch einer vielleicht denkt.“

Einige aufregende Wochen liegen schon hinter ihr. „Ich hätte nicht gedacht, dass ich von sovielen fremden Leuten angesprochen werde“, sagt sie lachend. Auch den ersten Auftritt hat sie bereits absolviert. „Die Truppe der Betreuer ist total nett und offen, meine Hofdamen Lara und Pauline sowieso, das Jahr kann nur toll werden.“

Noch lebt Merle Krause bei ihren Eltern, weiß aber schon jetzt, dass sie auch später auf dem Land bleiben möchte. „In der Stadt zu arbeiten, könnte ich mir schon gut vorstellen, aber als Rückzugsort brauche ich das Dorf. Ich liebe die Ruhe hier und den Geruch, besonders in der Zeit, in der das Gras abgemäht wird.“ Überhaupt ist Merle Krause am liebsten draußen in der Natur, vor allem mit ihrem Isländer–Pony Flóka. „Dem schönsten Weihnachtsgeschenk, das ich je bekommen habe“, sagt sie, während sie ihrer ebenfalls 18-jährigen Altersgenossin liebevoll den Hals tätschelt.

Mit drei Jahren das erste Mal im Sattel

Merle Krause sitzt im Sattel seit sie drei Jahre alt ist, ungefähr seitdem wünschte sie sich auch ein eigenes Pferd. Irgendwann hatten ihre Eltern ein Einsehen. Die Sorge, dass das ihrer Tochter zuviel Arbeit werden könnte, hat sich nicht bewahrheitet.

Ihre Leidenschaft für den Reitsport ist ungebrochen, mindestens dreimal die Woche ist die neue Wittorfer Regentin mit Flóka im Gelände. Lange Zeit hatte sie sogar überlegt, beruflich etwas mit Pferden zu machen. Sie schnupperte im Schulpraktikum auch mal in den Beruf der Erzieherin rein, denn im Stall hat sie schon viele kleine Pferdenarren bei ihren ersten Stunden im Sattel begleitet und dabei gemerkt, dass sie gut mit Kindern kann.

Entschieden hat sie sich aber für einen Büro–Job: Gerade absolviert Merle Krause das dritte Ausbildungsjahr als Kauffrau für Büromanagement bei der Firma Brandenburg in Bardowick.

Rapsblütenfest auf Fehmarn

„Ich fand es letztendlich besser, das Reiten als privaten Ausgleich für mich zu behalten, damit mein Feuer dafür nicht doch irgendwann erlischt.“ Ihre Wahl sei die richtige gewesen. „Ich arbeite gerne im Büro, meine Kollegen sind total nett und mein Job ist abwechslungsreich, vor allem der Kontakt mit den Kunden macht Spaß.“ Und: Privates und Berufliches haben sich bei Merle Krause nun doch auf anderem Wege verquickt, denn bei der Arbeit lernte sie ihren Freund Marvin kennen, mit dem sie jetzt schon seit über einem Jahr zusammen ist. „Er ist wahnsinnig stolz auf mich, hat allen erzählt, dass ich jetzt Heidekönigin bin und sich für fast alles als Betreuer eingetragen. Wir wollen die Feste zusammen genießen.“ Sie freut sich am meisten auf das Rapsblütenfest auf Fehmarn: „Davon schwärmen alle.“

Auch auf eine weitere Premiere 2020 ist Merle Krauses Vorfreude groß, nämlich auf den ersten Urlaub mit ihrem Freund. „Bislang haben wir nur einmal einen Kurztrip nach Amsterdam gemacht. 2020 wollen wir nach Cala Millor auf Mallorca.“

Von Lea Schulze