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Schulleiterin Barbara Hinzmann. Foto: t&w

Verjüngungskur für den Oldie

Lüneburg. Es hat ein wenig länger gedauert als geplant, es gab Widrigkeiten zu überwinden, manchen Umzug zu meistern, aber es gibt kaum Zweifel bei allen Beteil igten, dass sich die Zeit der Einschränkungen über rund zweieinhalb Jahre gelohnt hat, denn das Ergebnis kann sich wahrlich sehen lassen. Die Grundschule Häcklingen hat neue Räume für sein Ganztagskonzept bekommen. Am Freitag wurden sie offiziell eingeweiht – erst mit geladenen Gästen, dann mit einem großen Schulfest.

Älteste Grundschule in Stadt und Landkreis

Rund 3,6 Millionen Euro haben Erweiterung und Umbau im bestehenden Gebäude gekostet, 2017 war damit begonnen worden. Entstanden sind unter anderem neue Klassen- und Gruppenräume, der Außenbereich wurde ebenfalls runderneuert. Auch wenn noch nicht alles fertig ist – die Bibliothek beispielsweise – , dürften die 220 Schüler und 18 Lehrer zufrieden sein mit dem, was sie nun zum Lernen zur Verfügung haben.

Schulleiterin Barbara Hinzmann zumindest ist es, das war ihren vielen Dankesworten an alle, die in irgendeiner Weise beim Umbau und beim pädagogischen Konzept der Ganztagsschule mitgewirkt haben, anzumerken. Und sie ist stolz, dass sie an der ältesten Grundschule in Stadt und Landkreis Lüneburg unterrichtet, deren Ursprünge 1792/1793 liegen. „Eigentlich fing alles sogar schon 1732 an, aber es brauchte 60 Jahre, um die Bauern zu überzeugen, in eine Schule zu investieren“, blickte sie in die Historie.

In den Siebzigern stand die Schule mal auf der Kippe

Stadtbaurätin Heike Gundermann nannte weitere Eckdaten. So sei die Schule, die Mitte der 1970er-Jahre mangels Schülern gar mal geschlossen werden sollte, 1989 das erste Mal saniert worden, 1996 kam ein weiterer Klassentrakt hinzu, 2002 dann die nächste Erweiterung, ehe 2006 die neue Turnhalle folgte. „Beim jetzigen Umbau hatten wir ein paar Schwierigkeiten. Wir hatten gleich im ersten Jahr lange Frost, dann war es auch nicht leicht, angesichts der boomenden Baubranche Handwerksfirmen zu finden, und der Konkurs einer Rohbaufirma hat uns den Zeitplan ein bisschen durcheinander gebracht“, bilanzierte die Stadtbaurätin.

Doch nun ist die alte Schule mächtig aufgehübscht, sodass der Ganztagsbetrieb starten konnte. Und das ist „keiner von der Stange“, wie Jochen Volmer vom Schulelternrat hervorhob. „Wir haben zum Beispiel bewusst keine Mensa, sondern essen in den Gruppenräumen.“ Gemeinsam essen, aber in kleineren Gruppen mit weniger Hektik, lautet das Motto. Rektorin Hinzmann ergänzt: „Wir achten dabei stark auf die Einhaltung von Regeln, zum Beispiel, dass erst angefangen wird, wenn alle am Tisch sitzen.“

Schulbezirke ändern, um nicht zu schrumpfen

Dass sie auch gut singen können, bewiesen die Zweitklässler, die den Festakt mit mehreren Darbietungen untermalten. „Heute feiern wir ein Fest, das Ihr nicht vergesst“, sangen sie, ebenso die Vogelhochzeit. Sie führten einen Eulentanz vor, zeigten Akrobatik und machten Andreas Bouranis Lied „Wunder“ durch Gebärdensprache sichtbar.

Einen Wunsch aber hat Barabara Hinzmann noch. Dass Politik und Verwaltung die Schule weiter so kräftig unterstützen wie bisher. Denn die Prognosen für die nächsten Jahre sehen einen Schülerschwund vor. Doch die Adressaten ihres Wunsches wissen bereits darum, Verwaltung und Politik wollen bekanntlich die Schulbezirke so ändern, dass Häcklingen seine Größe in etwa stabil halten kann.

Von Alexander Hempelmann

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