Aktuell
Home | Lokales | Der Held, der keiner sein will
Verdiente Auszeichnung: DLRG-Ehrenpräsident Dr. Klaus Wilkens (l.) und der stellvertretende DLRG-Bezirksleiter Eckhard Menzel (r.) ehren Karsten Kirchgässler (m.). Foto: ada

Der Held, der keiner sein will

Scharnebeck. Den Titel „Held“ hört er gar nicht gern und auch auf all den Rummel um seine Person könnte Karsten Kirchgässler gut verzichten. So wippt er kurz vor seiner Belobigung etwas nervös von einem auf das andere Bein. „Das mache ich nie wieder“, murmelt der Vorsitzende der DLRG Adendorf-Scharnebeck angesichts der Fotoapparate und Augenpaare, die sich nun auf ihn richten.

Auch wenn der Ortstermin am Inselsee Karsten Kirchgässler nervös macht, es bleibt kein Zweifel daran, dass der 50-Jährige jederzeit wieder so handeln würde wie Ende August, als er zwei Mädchen am Inselsee das Leben gerettet hatte. An jenem Sonnabend, als zwei Schwestern im Wasser in Panik gerieten, die Jüngere sich an ihre Schwester klammerte und sie dabei unter Wasser zog, da überlegte Karsten Kirchgässler nicht lange, sondern handelte: Er sprintete ins Wasser, um die Mädchen herauszuholen.

„Ich habe die Akten gewälzt“

Dafür erhält der 50-Jährige an diesem Tag nun die „Ehrenurkunde für durchgeführte Lebensrettung aus Wassergefahr“, übergeben durch den DLRG-Ehrenpräsidenten Dr. Klaus Wilkens. Wilkens lobte nicht nur das vorbildliche Handeln des Rettungsschwimmers, sondern auch sein ehrenamtliches Engagement im Allgemeinen. „Ich habe die Akten gewälzt“, sagt Wilkens mit einem Schmunzeln auf den Lippen. Bereits mit 14 Jahren trat Karsten Kirchgässler demnach in den Wasserrettungsdienst ein, engagierte sich als Ausbilder, Technischer Leiter oder Ortsvorsitzender. „Du hast diese Urkunde besonders verdient“, urteilt Wilkens und verweist darauf, dass im Jahr 2018 insgesamt nur zwölf Belobigungen erteilt wurden.

„Ich nehme diese Auszeichnung gerne entgegen. Allerdings nicht nur für mich, sondern auch für meine Ortsgruppe und für alle Rettungsschwimmer in Deutschland“, sagt Karsten Kirchgässler mit der Ehrenurkunde in der Hand. Als Held empfindet er sich nicht, er sei nur zur richtigen Zeit am richtigen Ort gewesen. „Retten ist Teamarbeit, und ich bin gerne im Team DLRG. Macht weiter so, unsere Arbeit macht Spaß“, richtet er das Wort an sein Team, „und sie ergibt Sinn.“

Von Anke Dankers